CDU BW, Grundsatzprogramm 2006 des Landesverbands: nicht im Vertrag
Aus dem Programm „Für eine neue Balance zwischen Gegenwart und Zukunft. Grundsatzprogramm der CDU Baden-Württemberg“ (Grundsatzprogramm 2006 des Landesverbands der CDU), verglichen mit dem Koalitionsvertrag „Aus Verantwortung fürs Land“
Modellauswertung der vorliegenden Forderungen, keine Aussage über eine Partei insgesamt. Stand: 19.10.2026.
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Alle Forderungen auf dieser Seite stammen aus dem Grundsatzprogramm 2006 des Landesverbands der CDU, nicht aus dem Vertrag. 381 von 801 Forderungen dieses Programms finden sich im Koalitionsvertrag nicht wieder: Für sie gibt es im ganzen Vertrag keinen Punkt mit mindestens 30 Prozent Übereinstimmung. Bei jeder dieser Forderungen ist angegeben, welche anderen Parteien im Parlament sie teilen (Wahl- und Grundsatzprogramme, ab 30 Prozent Übereinstimmung).
Staat, Demokratie und Verwaltung9
- Demokratische Verfahren sollen effizient sein.
- Zu den Kernaufgaben des Staates gehört die Sicherstellung demokratischer Mitgestaltung.
- Unnötige oder hemmende Regulierungen der Kinderbetreuung werden abgebaut.
- Das Standard-Kosten-Modell zur Messung der Bürokratiekosten wird flächendeckend eingeführt.
- Die Bezahlung im öffentlichen Dienst wird deutlich stärker leistungsbezogen.
- Die starren Grenzen zwischen den Laufbahnen im öffentlichen Dienst werden aufgebrochen.
- Der Staat soll erst eingreifen, wenn Einzelne, Familien, Gemeinschaft und freie Träger Probleme weniger erfolgreich bewältigen können als mit staatlicher Hilfe.
- Die Menschen in Baden-Württemberg werden aufgefordert, in den demokratischen Parteien mitzuarbeiten.
- Alle demokratischen Parteien werden aufgefordert, ebenfalls jede Zusammenarbeit mit Extremisten abzulehnen.
Innere Sicherheit, Justiz und Bürgerrechte12
- Die Politik soll allen Menschen den notwendigen Freiheitsraum sichern und schützen.
- Die Rechte der Bürger und besonders der Verbrechensopfer haben Vorrang vor Erleichterungen für überführte Straftäter.
- Die Polizei Baden-Württembergs soll die beste in Deutschland sein und das Land das mit der geringsten Kriminalität bleiben.
- Baden-Württemberg soll weiter Vorreiter auf dem Gebiet der Inneren Sicherheit sein.
- Die Bevölkerung soll vor besonders gefährlichen und rückfallgefährdeten Verbrechern geschützt werden, notfalls durch Sicherungsverwahrung.
- Das Rechtsbewusstsein der Menschen soll gewahrt werden.
- Die Folgen der alternden Gesellschaft für innere Sicherheit und Kriminalitätsentwicklung sollen berücksichtigt werden.
- Die Bürger werden zu erhöhter Wachsamkeit und Zusammenarbeit mit den Sicherheitskräften aufgerufen.
- Die Zusammenarbeit der Länderpolizeien in der Terrorismusbekämpfung soll stärker koordiniert und abgestimmt werden.
- Sicherheitspolitik beruht auf dem Rechtsstaat und dient dem Schutz von Menschenwürde und Grundrechten.
- Zur Bekämpfung des Terrors sollen auch seine Ursachen angegangen werden.
- Europol soll ausgebaut werden.
Migration, Asyl, Integration und Staatsangehörigkeit18
- Die Kriterien für die Einwanderung Hochqualifizierter werden gelockert.
- Die EU soll sich zur Bekämpfung von Armutsmigration für Friedensförderung, Menschenrechte und gezielte Entwicklungspolitik engagieren.
- Das Vorgehen gegen kriminelle Schleuserbanden soll im Mittelpunkt der Bekämpfung illegaler Zuwanderung stehen.
- Eine gemeinsame europäische Grenzpolizei soll aufgebaut werden.
- Langjährig rechtmäßig lebende, gut integrierte Familien sollen zukunftsfeste Bleiberechte erhalten.
- Der Staat soll handeln, wo Parallelgesellschaften entstehen und Transferleistungen über längere Zeit bezogen werden.
- Bei Nichtinanspruchnahme von Integrationsangeboten sollen Sanktionen bis zur Aufhebung von Aufenthaltsberechtigungen verhängt werden.
- Die Einbürgerung soll nachprüfbar an Deutschkenntnisse und die Anerkennung der Grund- und Menschenrechte gebunden werden.
- In Zweifelsfällen sollen die Einbürgerungsvoraussetzungen in einem strukturierten Gespräch überprüft werden.
- Die Einbürgerung gilt als Belohnung für mehrjährige Rechtstreue und erfolgreiche Integration, nicht als Vorleistung.
- Menschen ausländischer Herkunft sollen stärker an der Gestaltung der Gesellschaft teilhaben.
- Von Menschen ausländischer Herkunft wird die Achtung der gewachsenen Traditionen und Werte als Leitkultur erwartet.
- Menschen mit Migrationshintergrund werden Solidarität angeboten und Eigenverantwortung, besonders in der Familie, erwartet.
- Der Entstehung ethnisch einheitlich dominierter Stadtviertel wird entgegengetreten.
- Beim Ehegattennachzug sollen bestimmte Integrationsleistungen erbracht werden müssen.
- Bei Muslimen soll für eine vorbehaltlose Integration und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben geworben werden.
- Die Mehrheit der Muslime soll stärker für die Übernahme gemeinsamer Verantwortung gewonnen werden.
- Ausländische Studierende sollen nach erfolgreichem Studium grundsätzlich in Deutschland bleiben und arbeiten dürfen.
Wirtschaft, Wettbewerb und Industrie11
- Zu den Kernaufgaben des Staates gehören verlässliche Rahmenbedingungen für die Wirtschaft.
- Der Staat vermeidet so weit wie möglich Leistungsangebote in Konkurrenz zur freien Wirtschaft.
- Baden-Württemberg stellt sich als Wirtschaftsstandort dem weltweiten Wettbewerb.
- Der Neubau der Landesmesse Stuttgart gilt als zentraler Baustein der Außenwirtschaftsstrategie.
- Qualität und Ausbildungsangebot des Handwerks werden gesichert.
- Der Meisterbrief bleibt erhalten.
- Das Meister-BAföG bleibt erhalten.
- Die Weiterbildung im Handwerk wird zu einem Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik ausgebaut.
- Die Zahl der Selbstständigen im Land, auch unter ausländischen Mitbürgern, wird erhöht.
- Die Rahmenbedingungen für Mitarbeiterbeteiligungsmodelle werden verbessert.
- Sparkassen und LBBW prägen weiterhin maßgeblich die Finanzierung des Mittelstands im Land.
Arbeit, Löhne und soziale Sicherung48
- Unternehmen sollen sich auf ältere Belegschaften einstellen.
- Die Vorstellung, ältere Beschäftigte arbeiteten unproduktiver, wird zurückgewiesen.
- Die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer soll besonders gefördert werden.
- Berufsbilder, die den Fähigkeiten und Erfahrungen älterer Menschen entsprechen, werden als Möglichkeit genannt.
- Die sozialen Sicherungssysteme werden grundlegend verändert.
- Lebensrisiken sollen gemeinsam durch gesellschaftliche und staatliche Einrichtungen abgesichert werden.
- Zu den Kernaufgaben des Staates gehört sozialer Ausgleich durch Familienleistungen und Solidarität mit den Schwachen.
- Die sozialen Sicherungssysteme werden so umgebaut, dass sie bezahlbar sind, den wirklich Bedürftigen helfen und generationengerecht sind.
- Eigenverantwortung und Solidarität mit den Schwachen sind Leitlinien der Sozialpolitik.
- Die Sozialpolitik soll Wachstum ermöglichen und nicht bremsen.
- Wirtschafts- und Sozialpolitik bilden eine Einheit.
- Wer kann, soll der Gemeinschaft etwas zurückgeben.
- Beitragszahler der Sozialversicherungen haben Anspruch auf eine angemessene Gegenleistung.
- Soziale Gerechtigkeit darf sich nicht in der Forderung nach Gleichheit für alle erschöpfen.
- Sozialversicherungen und Sozialleistungen werden so organisiert, dass sie zum Aufbau von Beschäftigung beitragen.
- Der Faktor Arbeit wird nicht stärker mit Sozialbeiträgen belastet.
- Die sozialen Sicherungssysteme sollen so organisiert werden, dass auch künftige Generationen von ihnen profitieren.
- Soziale Sicherheit soll auch künftig für alle gewährleistet sein.
- Ein Teil der Sozialversicherungsbeiträge wird von den Lohnkosten abgekoppelt.
- Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden gesenkt.
- Die Partnerschaft mit den freien Trägern der Wohlfahrtspflege wird fortgeführt.
- Soziale Hilfsangebote werden stärker vernetzt und koordiniert, ohne dass jeder Träger jedes Angebot vorhält.
- Die Träger der Sozialhilfe steuern die Hilfsangebote, und die Kommunen setzen im Zuge der Verwaltungsreform neue Impulse.
- Bei der Landesförderung von Hilfsangeboten wird die Einbindung Ehrenamtlicher besonders berücksichtigt.
- Vollbeschäftigung bleibt das Ziel.
- Für die Potenziale älterer Beschäftigter wird aktiv geworben.
- Vorurteile gegenüber älteren Beschäftigten werden abgebaut.
- Maßnahmen zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit Älterer und zur Wiedereingliederung arbeitsloser Älterer werden unterstützt.
- Mit Arbeitgebern und Gewerkschaften wird ein eigenes arbeitsmarktpolitisches Konzept für ältere Menschen in Baden-Württemberg entwickelt.
- Wer Leistung erbringt, wird stets besser gestellt als jemand, der Leistung verweigert.
- Die Tarifautonomie bleibt erhalten.
- Staatlich festgelegte Mindestlöhne werden abgelehnt.
- Arbeitnehmer können auf Wunsch mit einem Teil ihres Lohns am Erfolg oder Misserfolg ihres Unternehmens beteiligt werden.
- Die Zahlung von Investivlöhnen wird politisch vorangebracht.
- Die Tarifpartner werden zu mehrjährigen Tarifvereinbarungen für mehr Planungssicherheit aufgefordert.
- Die Gewinnbeteiligung von Arbeitnehmern wird auf betrieblicher und tarifvertraglicher Ebene verbessert.
- Mitarbeiterbeteiligungen werden im Insolvenzfall geschützt.
- Die Reform der Bundesagentur für Arbeit wird konsequent im Sinne einer Dezentralisierung fortgesetzt.
- Die Arbeitsverwaltung konzentriert sich auf Leistungsgewährung und Vermittlung.
- Arbeitsmarktpolitische Instrumente werden überprüft und auf wirksame Maßnahmen beschränkt.
- Einsparungen in der Arbeitsmarktpolitik werden zur Senkung des Beitragssatzes der Arbeitslosenversicherung genutzt.
- Das Arbeits- und Tarifrecht wird weiter dereguliert und flexibilisiert.
- Unternehmer erhalten einfache und praktikable rechtliche Instrumente zur Einstellung von Mitarbeitern.
- Bei der Umsetzung europäischer Richtlinien werden deutsche Arbeitgeber gegenüber anderen EU-Arbeitgebern nicht benachteiligt.
- Gering Qualifizierte werden von Gesellschaft und Wirtschaft nicht abgeschrieben.
- Mittel aus der Verwaltung der Arbeitslosigkeit gering Qualifizierter werden zumindest teilweise in die Förderung einfacher Dienstleistungsjobs in Haushalten und Betrieben umgelenkt.
- Für einfache Arbeiten und Dienstleistungen werden Nischenlösungen und kreative Modellprojekte angestrebt.
- Früherkennung und Frühförderung behinderter Kinder gehören zu den angebotenen Hilfen.
Steuern, Haushalt und öffentliche Finanzen19
- Eine Politik, die hohe Einnahmen bürokratisch umverteilt und zusätzlich mit Schulden finanziert, wird abgelehnt.
- Das Leben über die eigenen Verhältnisse soll beendet werden.
- Nach Erreichen der Nullverschuldung beginnt die allmähliche Rückzahlung vorhandener Schulden.
- Bund und Länder erhalten ein gemeinsames Frühwarnsystem gegen drohende Haushaltsnotlagen.
- Der Bund erhält Sanktionsmöglichkeiten wie Strafzahlungen gegenüber Ländern, die Stabilitätskriterien verfehlen.
- Die Neuordnung der Unternehmensbesteuerung hat mit Blick auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit oberste Priorität.
- Die Unternehmensteuerreform wird rechtsformneutral gestaltet und berücksichtigt auch Personengesellschaften.
- Die Einkommensteuer bleibt erhalten.
- In das bestehende Steuersystem wird eine Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge integriert.
- Die Gewerbesteuer wird zu einer kommunalen Unternehmenssteuer weiterentwickelt.
- Eine Ausweitung der Substanzbesteuerung wird abgelehnt.
- Bestehende substanzbesteuernde Elemente werden abgeschafft.
- Die Erbschaftsteuer auf ein übertragenes Unternehmen entfällt bei mindestens zehnjähriger Fortführung ganz.
- Steuerliche Ausnahme- und Subventionstatbestände werden grundlegend abgebaut.
- Die Bürger werden steuerlich tendenziell entlastet, ohne die Aufgabenerfüllung des Staates zu gefährden.
- Nach Erreichen der Nullverschuldung werden aufgelaufene Schulden zurückgezahlt.
- Subventionen werden grundsätzlich befristet und degressiv gestaltet.
- Die Staatsquote wird nachhaltig gesenkt.
- Die steuerlichen Rahmenbedingungen für Stifter sollen weiter verbessert werden.
Rente und Alterssicherung17
- Die Lebensarbeitszeit wird verlängert.
- Beiträge im Rentensystem werden für Familien in der Erziehungsphase gesenkt.
- In der gesetzlichen Rentenversicherung wird zusätzlich Kapital angespart, um die Folgen der Alterung abzufangen.
- Eine langfristig angelegte Reform der Alterssicherung wird so früh wie möglich umgesetzt.
- Weiter steigende Rentenbeiträge werden abgelehnt, weil sie Arbeit verteuern und Arbeitsplätze gefährden.
- Die Rentenhöhe bleibt von den gezahlten Beiträgen abhängig.
- Die Lasten der gesellschaftlichen Alterung werden bei der Rentenreform gerecht auf die Generationen verteilt.
- Die hälftige Finanzierung der Rentenversicherung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer bleibt bestehen.
- Die Alterssicherung orientiert sich stärker an den Lebensläufen und Erwerbsbiographien von Frauen.
- Die unterschiedliche Vorsorgefähigkeit von Familien und Kinderlosen wird in der Alterssicherung berücksichtigt.
- Die rentenrechtliche Anerkennung von Erziehungsleistungen wird aus Steuermitteln finanziert.
- Bei der Rentenberechnung werden die Beitragsjahre ebenso berücksichtigt wie das Lebensalter.
- Ein Renteneintritt mit vollen Bezügen ist frühestens nach 45 Beitragsjahren einschließlich Erziehungszeiten möglich.
- Die durchschnittliche Lebenserwartung fließt in vollem Umfang in die Berechnung des Rentenanspruchs ein.
- Das Verhältnis von Beitragszahlern zu Leistungsempfängern fließt in die Berechnung des Rentenanspruchs ein.
- Für die Altersversorgung von Beamten sowie Amts- und Mandatsträgern werden gleichgerichtete Regelungen geschaffen.
- Mitarbeiterbeteiligungen können zu einem Instrument der betrieblichen Altersvorsorge entwickelt werden.
Gesundheit und Pflege33
- Die gesetzliche Pflegeversicherung wird schrittweise um ein Ansparverfahren erweitert.
- In der Krankenversicherung wird eine Kapitaldeckungskomponente für demographisch bedingte Kostensteigerungen eingeführt.
- Im Gesundheitswesen wird ein System geschaffen, das auf Wettbewerb, Effizienz und Transparenz beruht.
- In der Krankenversicherung soll weiterhin ein Ausgleich zwischen Gesunden und Kranken, Besser- und Geringverdienenden sowie Alleinstehenden und Familien bestehen.
- Steigende Gesundheitskosten sollen nicht weiter dem Faktor Arbeit aufgebürdet werden.
- Das Gesundheitssystem soll sich auf medizinisch notwendige Leistungen konzentrieren.
- Eigenbeteiligung und Selbstverantwortung der Versicherten werden gestärkt, verbunden mit mehr Wahlmöglichkeiten und Entscheidungsrechten.
- Im Gesundheitswesen sollen Wettbewerb und Transparenz starre Strukturen und Bürokratie ersetzen.
- Reformen im Gesundheitswesen setzen nicht allein bei den Leistungserbringern an.
- Träger von Gesundheitseinrichtungen sollen ihren Sitz im Land behalten, damit Arbeitsplätze in Baden-Württemberg gesichert bleiben.
- Bei Einsparungen in der medizinischen Versorgung entscheiden Qualität, Wirtschaftlichkeit und Erreichbarkeit der Einrichtungen statt ihrer Größe.
- Die geriatrische Rehabilitation hat Vorrang vor der Pflege.
- Gesundheitserziehung beginnt bereits im Kindesalter.
- Die gesetzliche Krankenversicherung soll wie private Kassen Bonussysteme, Rückerstattungen und Eigenbehalte anbieten können.
- Gesetzlich Versicherte werden über die Kosten ihrer medizinischen Behandlung informiert.
- Krankenkassen werden eingebunden, um durch aktive Förderung Erkrankter Behandlungshäufigkeit und -dauer zu verringern.
- Der Ausstieg aus der Sucht hat in der Suchtpolitik obersten Rang.
- Die ambulante Abgabe von Rauschgiften wird abgelehnt.
- Die Menschen in Baden-Württemberg werden zur Bereitschaft zur Organspende aufgerufen.
- Die Pflicht zur Bestellung eines Transplantationsbeauftragten in Krankenhäusern mit Intensivtherapiebetten wird befürwortet.
- Die umlagefinanzierte Pflegeversicherung wird um ein Ansparverfahren ergänzt.
- In der Pflege wird stärker auf Entstaatlichung und die Beteiligung der Bürgergesellschaft, etwa durch Selbsthilfenetzwerke, gesetzt.
- Das Embryonenschutzgesetz soll beibehalten werden, solange keine grundlegend neuen ethischen Erkenntnisse eine Änderung gebieten.
- Das Klonen soll weltweit geächtet werden.
- Das reproduktive Klonen an allen Lebewesen soll verboten bleiben oder verboten werden.
- Das therapeutische Klonen am Menschen soll verboten bleiben oder verboten werden.
- Embryonen dürfen nicht allein zur Gewinnung embryonaler Stammzellen erzeugt werden.
- Weibliche Eizellen dürfen nicht zum Handelsgut werden.
- Die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik wird abgelehnt.
- Die Zahl der Spätabtreibungen soll eingeschränkt werden.
- Zur Einschränkung der Spätabtreibungen ist eine bundesgesetzliche Regelung erforderlich.
- Aktive Sterbehilfe wird abgelehnt.
- Die Schmerzmedizin in Krankenhäusern sowie in der ambulanten und stationären Versorgung soll aktiv gefördert werden.
Familie, Kinder, Gleichstellung und Gesellschaft34
- Alle Kräfte der Gesellschaft sollen mobilisiert werden und jeder Einzelne soll Mitverantwortung für das Gemeinwesen übernehmen.
- Die niedrige Geburtenrate soll nicht hingenommen werden.
- Für mehr Kinder in Deutschland und Baden-Württemberg sollen bessere Voraussetzungen geschaffen werden.
- Familienfeindlicher Egoismus in der Gesellschaft soll überwunden werden.
- Baden-Württemberg soll zum Kinderland Deutschlands werden.
- Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit sind die Grundwerte der Politik.
- Jedes Kind hat ein Recht auf seine Familie und auf Zuwendung und Begleitung durch die Eltern.
- Leitbild ist die partnerschaftliche Familie.
- Baden-Württemberg soll zum Kinderland Nummer eins in Deutschland werden.
- Jede Anwendung von Gewalt in der Kindererziehung wird abgelehnt.
- Der Staat soll niemandem eine Lebensform vorschreiben und Lebensentscheidungen nicht moralisch bewerten.
- Am besonderen Schutz von Ehe und Familie im Grundgesetz wird festgehalten.
- Die Zahl der Geburten soll wieder steigen.
- Das gesellschaftliche Bewusstsein, dass Kinder keine Last sind, soll wachsen.
- Die finanzielle Entlastung von Familien kann über das Steuersystem und die sozialen Sicherungssysteme erfolgen.
- Das Landeserziehungsgeld wird so weiterentwickelt, dass es Familien im Anschluss an das Elterngeld während der Elternzeit unterstützt.
- Eltern, Staat, Schulen, Betreuungseinrichtungen, Kirchen, freie Träger, Vereine, Wirtschaft und Gesellschaft sollen sich gemeinsam der Zukunft der Kinder annehmen.
- Die Politik soll den Menschen möglichst viele Räume für verantwortliches Handeln für sich, für andere und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt öffnen.
- Freiheit und Verantwortung sollen in eine neue Balance gebracht werden.
- Es bedarf einer Politik zum Schutz des Lebens und der Menschenwürde.
- Das Recht auf Leben und der Schutz der Menschenwürde werden uneingeschränkt bejaht.
- Der Schutz menschlichen Lebens gilt unteilbar von der Zeugung bis zum Tod.
- Niemand darf darüber urteilen, welches Leben lebenswert ist.
- Frauen oder Eltern sollen sich nicht dafür rechtfertigen müssen, ein behindertes Kind zur Welt zu bringen.
- Der Schutz des ungeborenen Lebens wird nachdrücklich befürwortet.
- Die Grundlagen sollen verbessert werden, damit jedes ungeborene Kind auch unter erschwerten Bedingungen angenommen wird.
- Der Schutz ungeborenen Lebens soll in der Rechtsordnung verankert bleiben.
- Ein gesellschaftliches Klima soll entstehen, das Eltern die Entscheidung für ein krankes oder behindertes Kind erleichtert.
- Kindern soll die Bedeutung des Ehrenamts frühzeitig in Familie und Schule vermittelt werden.
- Die Buchhaltung soll ehrenamtlich leistbar sein.
- Nachweise über ehrenamtliches Engagement sollen als Beleg erworbener Kompetenzen gelten, etwa bei der Vergabe von Studien- und Ausbildungsplätzen.
- Ein stifterfreundliches Klima soll mehr Bürger zu privaten Stiftungen für das Gemeinwohl anregen.
- Initiativen zur Gründung von Bürgerstiftungen werden begrüßt.
- Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen über ihre wirtschaftliche Tätigkeit hinaus wird begrüßt und unterstützt.
Bildung, Wissenschaft und Forschung48
- Die Ausbildungszeiten werden verkürzt.
- Das Bildungssystem soll auf die Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung reagieren.
- Die Kinderbetreuung in Baden-Württemberg wird bedarfsgerecht und flächendeckend ausgebaut.
- Die rechtliche und tatsächliche Stellung von Tagesmüttern und Tagesvätern wird verbessert.
- Ferien- und Ganztagsbetreuung soll überall in erreichbarer Nähe möglich werden.
- Breites Allgemeinwissen hat Vorrang vor zu früher Vermittlung von Spezialkenntnissen.
- Überschaubare und wohnortnahe Schulen haben Vorrang vor großen, wohnortfernen Schulzentren.
- Bei stark sinkenden Schülerzahlen arbeiten Kommunen als Schulträger und das Land eng zusammen, um eine wohnortnahe Schulinfrastruktur zu erhalten.
- Eine Schule im Ort darf als Teil der dörflichen Kultur und Infrastruktur nicht leichtfertig aufgegeben werden.
- Das Land fördert Schulverbände mehrerer Gemeinden durch bevorzugte Genehmigung und Unterstützung bei der Ganztagesbetreuung.
- Die Entscheidung nach Klasse 4 legt ein Bildungskonzept fest, nicht bereits den Bildungsabschluss.
- Der Lehrerberuf soll einen höheren Stellenwert und mehr gesellschaftliche Anerkennung erhalten.
- Schulen erhalten mehr Selbstständigkeit bei der Auswahl ihrer Lehrkräfte.
- Jede Schule verfügt über ein eigenes Budget, um ein eigenes Profil zu entwickeln.
- Mit wachsender Selbstständigkeit der Schulen wird die Evaluation ihrer Leistungen wichtiger.
- Die von den Ländern vereinbarten nationalen Bildungsstandards werden im Land umgesetzt.
- Das Verantwortungsbewusstsein für die eigene Sprache soll gelehrt und gelernt werden.
- Die fächerübergreifende Bildungsforschung erhält einen höheren Stellenwert an den Universitäten.
- Ergebnisse der Bildungsforschung fließen möglichst rasch in die Bildungsplanarbeit ein.
- Alle Maßnahmen zur Verbesserung des Bildungswesens orientieren sich an internationalen Maßstäben.
- Das öffentliche Bildungswesen des Landes soll in den kommenden Jahren an die internationale Spitze gelangen.
- Die Hochschulen des Landes sollen in nationalen und internationalen Vergleichen vordere Plätze erreichen.
- Junge Menschen aus dem Land sollen im Land die bestmögliche akademische Ausbildung erhalten.
- Qualifizierte Köpfe sollen im Land bleiben und ins Land kommen.
- Hochschulen sollen sich ihre Studierenden aussuchen können.
- Studierende sollen die zu ihnen passende Hochschule wählen können.
- Es soll mehr Wettbewerb an, zwischen den Hochschulen und zwischen den Hochschulsystemen geben.
- Die Hochschulen orientieren sich an den international besten Hochschulen, um das Durchschnittsniveau zu heben.
- An den Hochschulen wird eine klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten gewährleistet.
- Modularisierung und ein gestuftes Studiensystem mit Bachelor, Master und Promotion sollen Übergänge innerhalb der Hochschulen und in den europäischen Arbeitsmarkt erleichtern.
- Hochschulen werden nicht mit Wirtschaftsunternehmen gleichgesetzt.
- Die Erhebung von Studiengebühren führt nicht zu einer Senkung der staatlichen Zuschüsse für die Hochschulen.
- Einnahmen aus Drittmitteln, Spenden und Gebühren sollen die öffentliche Hochschulfinanzierung ergänzen.
- Die Hochschulen erhalten möglichst günstige Voraussetzungen zur Erzielung zusätzlicher Einnahmen.
- Sozial ausgestaltete Studiengebühren werden befürwortet.
- Studiengebühren kommen ausschließlich den Hochschulen zugute.
- Wer Studiengebühren nicht selbst aufbringen kann, erhält Anspruch auf ein kostengünstiges, einkommensabhängig erst nach dem Studium zurückzuzahlendes Darlehen.
- Musische Fächer bleiben an allen Schularten von Stundenkürzungen ausgenommen.
- Das hochwertige Studienangebot an Kunst- und Musikhochschulen, Akademien und Universitäten bleibt erhalten.
- Der Forschung mit embryonalen Stammzellen wird weiterhin entgegengetreten.
- Für die Forschung mit embryonalen Stammzellen sollen weiterhin keine Landesmittel bereitgestellt werden.
- Die Forschung an adulten Stammzellen im Land soll weiter gefördert und ausgebaut werden.
- Für die ethische Beurteilung der Arbeit mit embryonalen Stammzellen bleibt entscheidend, ob entwicklungsfähiges menschliches Leben getötet wird.
- An einer baden-württembergischen Universität soll ein Lehrstuhl für Palliativmedizin geschaffen werden.
- Investitionen in Kindergärten und Ganztagsschulen gelten als Investitionen in Integration.
- Familien sollen den Bildungserfolg von Jungen und Mädchen gleichermaßen selbst fördern.
- Länderübergreifend soll eine großzügige Offensive zur Gewinnung begabter Studierender aus den neuen EU-Ländern gestartet werden.
- Für die Offensive zur Gewinnung von Studierenden aus den neuen EU-Ländern wird die Unterstützung der baden-württembergischen Wirtschaft gesucht.
Wohnen, Bauen und Stadtentwicklung1
Verkehr und Infrastruktur11
- Für den Verkehrswegebau soll mehr privates Kapital mobilisiert werden.
- Die Verkehrswege sollen stärker durch alle Verkehrsteilnehmer nutzerfinanziert werden.
- Änderungen im Mobilitätsverhalten sollen vorrangig durch bessere Angebote statt durch Verbote oder finanzielle Lasten erreicht werden.
- Jedes Verkehrsmittel soll dort eingesetzt werden, wo es seine Stärken hat.
- Die Verbesserung des Flusses vorhandenen Verkehrs hat Vorrang vor Neu- und Ausbau, der zusätzlichen Verkehr in strukturschwächeren Regionen schafft.
- Die Förderung des Verkehrswegebaus, besonders des Straßenbaus, soll sich nach dem tatsächlichen Verkehrsaufkommen statt nach einem regionalen Schlüssel richten.
- Der Bund soll den Bau der Schnellbahntrasse Frankfurt–Mannheim langfristig finanzieren.
- Der Bund soll den viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke am Oberrhein ohne Verlagerung des französischen Güterverkehrs finanzieren.
- Der privatfinanzierte Autobahnaufstieg auf die Schwäbische Alb soll verwirklicht werden.
- Der Ausbau der großen Autobahnverbindungen, insbesondere leistungsfähiger Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen, hat Vorrang.
- Das Auto soll mit modernster Technik umweltfreundlicher und sicherer werden.
Energie9
- Energie soll eingespart werden.
- Übergangsweise soll so lange wie nötig an der Kernkraft festgehalten werden.
- Die Laufzeiten der Kernkraftwerke in Baden-Württemberg und Deutschland sollen verlängert werden.
- Deutschland und Baden-Württemberg sollen nicht von Stromimporten abhängig werden.
- Mit der Stromwirtschaft in Baden-Württemberg soll ein Pakt geschlossen werden, nach dem die Kernkraftwerke Philippsburg und Neckarwestheim länger am Netz bleiben als vorgesehen.
- Die Liberalisierung der Energiemärkte wird befürwortet.
- Die Marktöffnung beim Strom soll weiter vorangetrieben werden.
- Der Gasmarkt soll möglichst rasch für den Wettbewerb geöffnet werden.
- Deutschland und Baden-Württemberg sollen langfristig unabhängig vom Öl werden.
Klima, Umwelt und Naturschutz3
Landwirtschaft, Ernährung und ländlicher Raum1
Digitalisierung, Daten und Technologie1
Europa, Euro und europäische Institutionen36
- Das Wohlstandsgefälle in der erweiterten Europäischen Union soll durch einen Aufholprozess der schwächeren Länder verringert werden, ohne die stärkeren zu bremsen.
- Das europäische Einigungswerk soll konsequent fortgesetzt werden.
- Die Kompetenzen der EU in der Außenpolitik sollen gestärkt werden.
- Die Kompetenzen der EU in der Inneren Sicherheit sollen gestärkt werden.
- Die Kompetenzen der EU in der Asyl- und Einwanderungspolitik sollen gestärkt werden.
- Wo noch nicht geschehen, soll von der Regierungszusammenarbeit zur Gemeinschaftsmethode übergegangen werden.
- Die Handlungsfähigkeit der EU hat Vorrang vor einer möglichen Erweiterung.
- Vor neuen Beitrittsverhandlungen soll eine neue Regierungskonferenz stattfinden.
- Eine Regierungskonferenz soll Ziele und Grenzen der EU definieren und die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft neu festlegen.
- Das Tempo der europäischen Integration darf nicht vom langsamsten Staat bestimmt werden.
- Einigungswillige Staaten sollen auf allen Gebieten schneller voranschreiten können.
- Auch vor dem Abschluss laufender Beitrittsverhandlungen soll eine neue Regierungskonferenz stattfinden.
- Das Instrument einer privilegierten Partnerschaft mit der EU soll verankert werden.
- Das Tempo der europäischen Integration darf nicht vom langsamsten Staat bestimmt werden.
- Einigungswillige Staaten sollen auf allen Gebieten schneller voranschreiten können.
- Die Kompetenzen der EU in der Außenpolitik sollen gestärkt werden.
- Die Kompetenzen der EU in der Inneren Sicherheit sollen gestärkt werden.
- Die Kompetenzen der EU in der Asyl- und Einwanderungspolitik sollen gestärkt werden.
- Wo noch nicht geschehen, soll von der Regierungszusammenarbeit zur Gemeinschaftsmethode übergegangen werden.
- Das Vertrauen der Bürger in die europäische Integration und den Verfassungsvertrag soll durch eine entschlossene Reformpolitik gestärkt werden.
- Der Europäische Verfassungsvertrag gilt als wichtiger Beitrag zur Reform der EU.
- Am vorliegenden Europäischen Verfassungsvertrag wird festgehalten.
- Die Ratifizierung des Verfassungsvertrags in den übrigen Mitgliedstaaten soll aktiv unterstützt werden.
- Zwischen deutscher und französischer Ratspräsidentschaft soll die Diskussion um den Verfassungsvertrag neu angestoßen und sein Inkrafttreten sichergestellt werden.
- Eine vorgezogene Einführung einzelner Elemente des Verfassungsvertrags vor 2009 wird abgelehnt.
- Im Land soll ein öffentlicher Diskurs über die Bedeutung des Verfassungsvertrags geführt werden.
- Kontakte zwischen Bürgern der Mitgliedstaaten und der Austausch zwischen Institutionen und Unternehmen sollen intensiviert werden.
- Das Subsidiaritätsprinzip soll in der EU konsequent angewandt und Europa von unten nach oben aufgebaut werden.
- Es soll eine sorgfältig abgestufte Ordnung europäischer, nationaler und regionaler Kompetenzen geben.
- Gemeinsame oder gemischte Zuständigkeiten sollen nur ausnahmsweise und gegebenenfalls befristet festgelegt werden.
- Geprüft werden soll eine Rückverlagerung von EU-Förderprogrammen, die nicht der europäischen Zusammenarbeit dienen, auf nationale oder regionale Ebene.
- Der deutsche Finanzierungsanteil an die EU soll um den Anteil zurückverlagerter Förderprogramme gesenkt werden.
- Die wirtschaftlichen Chancen der EU-Osterweiterung sollen durch verstärkte Zusammenarbeit mit den neuen Mitgliedstaaten politisch abgesichert werden.
- Die Identität der europäischen Regionen soll erhalten bleiben.
- Die Förderung der deutschen Sprache innerhalb der EU-Institutionen soll verstärkt werden.
- Deutsch soll als Arbeitssprache der EU mit Englisch und Französisch gleichgestellt werden.
Außenpolitik, Verteidigung und Entwicklungszusammenarbeit40
- Demokratische Staaten und die westliche Welt sollen ihrer Verantwortung für Sicherheit gerecht werden, indem sie ihre eigenen moralischen und ethischen Ansprüche erfüllen.
- Zu den Kernaufgaben des Staates gehört die Garantie der äußeren Sicherheit.
- Einsätze der Bundeswehr im Innern sollen bei besonderer Bedrohung oder schweren terroristischen Angriffen ermöglicht werden.
- Für Bundeswehreinsätze im Innern soll das Grundgesetz geändert werden.
- Die internationale Ordnung soll gemeinsamen Interessen grundsätzlich Vorrang vor nationalen Interessen geben.
- Grundlage einer neuen Weltordnung sollen Demokratie, Menschenrechte und Fairness in Weltwirtschaft, Weltpolitik und Weltgesellschaft sein.
- Ein Konflikt oder Krieg der Kulturen darf unter keinen Umständen entstehen.
- Es soll mehr Fairness im Welthandel zugunsten benachteiligter Länder erreicht werden, ohne die Lebenschancen in reicheren Ländern und die Umwelt zu gefährden.
- Die Vereinten Nationen sollen beim Weg zu fairem Welthandel eine führende Rolle einnehmen.
- Bei Lieferländern soll darauf geachtet werden, dass Ressourcen nicht nur wenigen Machthabern zugutekommen.
- Die westliche und internationale Sicherheitsstrategie soll neu ausgerichtet und besser abgestimmt werden.
- Alle friedenswilligen Staaten sollen eine entschlossene Koalition gegen Terrorismus bilden und bis zu seinem Ende aufrechterhalten.
- Entschiedene Bekämpfung des islamistischen Terrorismus und Dialog mit gemäßigten Kräften in arabischen Ländern gehören zusammen.
- Stabile Friedensregelungen im Nahen Osten sind unverzichtbar.
- Deutschland nimmt seine weltpolitischen Interessen besser im europäischen Verbund wahr als allein.
- Die Europäische Union ist der entscheidende Stützpfeiler deutscher Außenpolitik.
- Die NATO ist der entscheidende Stützpfeiler deutscher Sicherheitspolitik.
- Nationale Egoismen in Europa sollen weiter zurückgedrängt werden.
- Europa soll eine aktivere Rolle im Friedensprozess im Nahen Osten einnehmen.
- Die Bundesrepublik soll mit ihren Streitkräften an international mandatierten Einsätzen teilnehmen.
- Für internationale Einsätze soll die Bundeswehr modern ausgerüstet sein und über motivierte Soldatinnen und Soldaten verfügen.
- Bei der allgemeinen Wehrpflicht soll künftig Dienstgerechtigkeit sichergestellt werden.
- Angestrebt wird eine multilaterale, auf stabile Institutionen gegründete Weltordnung.
- Die EU soll einen gemeinsamen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erhalten.
- Die Vereinten Nationen sollen ihr Instrumentarium zum Schutz der Menschenrechte stärken.
- Nationalstaatliche Souveränität darf kein Freibrief für Menschenrechtsverletzungen sein.
- Die Vereinten Nationen sollen das Recht erhalten, einem Land bei schweren Menschenrechtsverletzungen oder Völkermord zeitweise die Souveränität zu entziehen.
- Der Aufbau einer internationalen Rechtsordnung einschließlich des Internationalen Strafgerichtshofs wird unterstützt.
- Die feste Verankerung Deutschlands im Atlantischen Bündnis gilt als beste Gewähr für die Sicherung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
- Deutsche Interessen sollen auch in der transatlantischen Partnerschaft vertreten werden.
- Oberflächlicher Antiamerikanismus wird abgelehnt.
- Der weitere Umbau der NATO entsprechend der veränderten Bedrohungslage wird unterstützt.
- Es sollen weitere Schritte zur Rüstungskontrolle und Abrüstung erfolgen.
- Der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen soll mit internationalen Abmachungen wirksam Einhalt geboten werden.
- Über das Verbot von Anti-Personen-Minen hinaus wird ein weltweites Verbot aller Minenarten angestrebt.
- Die Bemühungen der Vereinten Nationen zur Eindämmung der Verbreitung von Kleinwaffen werden unterstützt.
- Die zurückhaltende Rüstungsexportpolitik soll fortbestehen.
- Entwicklungspolitik soll als Hilfe zur Selbsthilfe verstanden werden und dient auch dem Interesse an einer stabilen internationalen Ordnung.
- Staaten, die Menschenrechte missachten oder internationalen Terrorismus fördern, sollen keine deutsche Entwicklungszusammenarbeit erhalten.
- Die Durchsetzung der Menschenrechte in der Welt wird angestrebt.
Kultur, Medien, Religion und Erinnerung16
- Das bestehende System der Kirchensteuererhebung bleibt erhalten.
- Die Einrichtung eines von Bund und Ländern getragenen Zentrums gegen Vertreibungen in Berlin wird unterstützt.
- Bei Förderentscheidungen wird auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen kulturellem Erbe und zeitgenössischen Ausdrucksformen geachtet.
- Für Kunst und Kultur sollen deutlich mehr private Mittel und ehrenamtliches Engagement gewonnen werden.
- Kunst- und Kultureinrichtungen werden bei der Evaluation nach einrichtungsspezifischen Kriterien unterstützt.
- Ausgebildete Fachleute und Kreative aus dem Mediensektor sollen im Land gehalten werden.
- Filmakademie, Hochschule für Medien, Zentrum für Kunst und Medientechnologie und Popakademie werden stärker vernetzt.
- Eigentümer und Anteilseigner von Medienunternehmen werden gegenüber Nutzern, Kunden und Öffentlichkeit offengelegt.
- Die Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird als gerechtfertigt angesehen.
- Die Rundfunkfusion von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gilt als Vorbild für andere Länder und Rundfunkanstalten.
- Die Medien sollen grundsätzlich auf entwürdigende Darstellungen von Menschen verzichten.
- Die Medien sollen keine Strategie gezielter Tabubrüche zur Steigerung von Auflage oder Quote verfolgen.
- Die Glaubensfreiheit der Mitglieder aller Religionsgemeinschaften wird verteidigt.
- Die Ausbildung und Tätigkeit islamischer Prediger soll zunehmend auf Deutsch und an Hochschulen im Inland erfolgen.
- Muslime sollen zunehmend eigene Beiträge zu Inhalten und Finanzierung von Religionsunterricht und Predigerausbildung leisten.
- Die Bewahrung kultureller und landsmannschaftlicher Traditionen und die internationale Offenheit des Landes gelten als vereinbar.
Föderalismus, Kommunen und regionale Entwicklung14
- Die beschlossene Föderalismusreform wird als erster wichtiger Schritt zur Beseitigung föderaler Defizite befürwortet.
- Möglichkeiten zur Erleichterung einer Neugliederung des Bundesgebiets werden weiter ausgelotet.
- Artikel 29 Grundgesetz wird so geändert, dass für eine Länderneugliederung die Zustimmung des Bundesvolks oder des Volks des neuen Landes insgesamt genügt.
- Zur Förderung einer Länderneugliederung wird eine Altschuldenregelung geschaffen.
- Landesregierung und Landtag nutzen die durch die Föderalismusreform erweiterten Spielräume.
- Die Modernisierung der bundesstaatlichen Ordnung geht über die Neuordnung der Gesetzgebungskompetenzen hinaus.
- Auch innerhalb des Landes hat im Zweifel die untere staatliche Ebene Vorrang.
- Eine aktive Politik für Gewerbeansiedlungen soll sich für die Kommunen finanziell lohnen.
- Keine Region und keine Kommune im Land soll abgehängt, bevorzugt oder benachteiligt werden.
- Aufgaben werden von der jeweils unterstmöglichen Ebene mit eigenen Gestaltungsfreiräumen erfüllt.
- Der Kernbestand staatlicher Aufgaben einschließlich der Daseinsvorsorge wird wieder bei den Kommunen gebündelt.
- Aufgaben, die Gemeinden ohne zusätzlichen finanziellen oder bürokratischen Aufwand erfüllen können, werden grundsätzlich dort angesiedelt.
- Die Struktur- und Förderpolitik ist vorrangig auf die ausgewogene Entwicklung aller Landesteile ausgerichtet.
- Zum Zusammenwachsen der neuen und alten Länder soll weiter beigetragen werden.
„Nicht gefunden“ heißt nicht, dass es zu dem Thema keine Forderung gibt. Wie das entsteht
Reihenfolge
- a) ↑ Politikfelder: In der Reihenfolge unseres Katalogs; „Ohne Politikfeld“ steht hier am Anfang.
- Forderungen: In der Reihenfolge des Programms, also nach Seitenzahl.