Forderungen zu Kultur, Medien, Religion und Erinnerung
Bundestagswahl 16.10.1994 · Original
Das Programm enthält 43 von 1.033 Forderungen zu „Kultur, Medien, Religion und Erinnerung“.
- 43Forderungen zum Politikfeld
- 4 %des Programms
- 81Seiten im Original
- 1994Wahljahr
Keine Treffer.
Kultur, Medien, Religion und Erinnerung 43
Die Verquickung kirchlicher und staatlicher Aufgaben wird beendet; der Staat schützt die Glaubensfreiheit.
Wortlaut im Programm
Die Glaubens- und Gewissensfreiheit gehört ebenso zum Kernbestand einer freiheitlichen Ordnung wie das Recht, sich öffentlich zu einer Religion oder Weltanschauung zu bekennen. Die Aufgabe des Staates ist der Schutz dieser Freiheit, nicht aber die Fortsetzung einer aus vordemokratischer Zeit stammenden Verquickung kirchlicher und staatlicher Aufgaben. Link zum Original
Die Militärseelsorge wird nicht länger in staatlicher Trägerschaft betrieben.
Wortlaut im Programm
Die Militärseelsorge sollte daher nicht länger eine kirchliche Tätigkeit in staatlicher Trägerschaft bleiben. Link zum Original
Der konfessionelle Religionsunterricht wird durch einen gemeinsamen religions- und lebenskundlichen Unterricht für alle Kinder ersetzt.
Wortlaut im Programm
An die Stelle des konfessionellen Religionsunterrichts sollte ein gemeinsamer religions- und lebenskundlicher Unterricht für alle Kinder treten, der dem kulturellen Wandel in der Gesellschaft Rechnung trägt. Link zum Original
Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften erheben in eigener Verantwortung Beiträge.
Wortlaut im Programm
Die Religions - und Weltanschauungsgemeinschaften können in eigener Verantwortung Beiträge erheben. Link zum Original
Für die verfolgten Lesben und Schwulen werden Gedenkstätten eingerichtet.
Wortlaut im Programm
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützen die Forderung nach Gedenkstätten für die verfolgten Lesben und Schwulen. Link zum Original
Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus wird über die deutsche Vereinigung hinaus fortgesetzt.
Wortlaut im Programm
Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus, dessen grausamste Ausprägung der Völkermord an Juden, Sinti und Roma in Auschwitz war, darf mit der Vereinigung Deutschlands nicht beendet sein. Link zum Original
Gesellschaftliche und kulturelle Initiativen zur Erinnerung und Trauerarbeit werden intensiv gefördert.
Wortlaut im Programm
Wir wollen eine intensive Förderung von gesellschaftlichen und kulturellen Initiativen zur Erinnerung und Trauerarbeit. Link zum Original
Alle Opfer, denen Anerkennung und Entschädigung seit Jahrzehnten versagt blieben, erhalten diese durch gesetzliche Regelungen.
Wortlaut im Programm
Das wichtigste ist aber, daß allen Opfern endlich die ihnen gebührende Anerkennung und Entschädigung durch entsprechende gesetzliche Regelungen zukommt, denen dies seit Jahrzehnten versagt blieb. Link zum Original
Menschenrechtsverletzungen sowie Regierungs- und Vereinigungskriminalität werden verstärkt strafrechtlich verfolgt.
Wortlaut im Programm
Wir fordern eine verstärkte Strafverfolgung vor allem bei Menschenrechtsverletzungen und bei der Regierungs- und Vereinigungskriminalität. Link zum Original
Betroffene erhalten ungehindert Einsicht in die Unterlagen, die Stasi und andere repressive Organe der DDR über sie angelegt haben.
Wortlaut im Programm
Unverzichtbar bleibt, daß Betroffene ungehindert Einsicht in Unterlagen erhalten, die von der Stasi und anderen repressiven Organen der DDR über ihre Person angelegt wurden. Link zum Original
Wissenschaft und Öffentlichkeit dürfen an einer umfassenden Aufarbeitung des Repressionssystems nicht gehindert werden.
Wortlaut im Programm
Auch Wissenschaft und Öffentlichkeit dürfen nicht an einer umfassenden Aufarbeitung des Repressionssystems gehindert werden. Link zum Original
Die Opfer des Stalinismus und der DDR-Herrschaft werden vorrangig umfassend entschädigt.
Wortlaut im Programm
Der politische Umgang mit den Opfern des Stalinismus und der DDR-Herrschaft ist vielfach beschämend. Priorität hat deshalb eine umfassende Entschädigung für die Verfolgten und ihre volle gesellschaftiche und rechtliche Rehabilitierung. Link zum Original
Die Opfer des Stalinismus und der DDR-Herrschaft werden gesellschaftlich und rechtlich voll rehabilitiert.
Wortlaut im Programm
Der politische Umgang mit den Opfern des Stalinismus und der DDR-Herrschaft ist vielfach beschämend. Priorität hat deshalb eine umfassende Entschädigung für die Verfolgten und ihre volle gesellschaftiche und rechtliche Rehabilitierung. Link zum Original
Ehemalige Täter, etwa aus der Stasi, erhalten die Möglichkeit, ihre Schuld zu erkennen und eine neue berufliche Existenz aufzubauen.
Wortlaut im Programm
Staat und Gesellschaft sollten auch ehemaligen Tätern (z.B. aus der Stasi) die Möglichkeit geben, ihre Schuld zu erkennen und sich eine neue berufliche Existenz aufzubauen. Link zum Original
Kulturpolitik schafft den Rahmen für kulturelle und künstlerische Betätigung und pflegt die kritische Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe.
Wortlaut im Programm
Kulturpolitik muß daher den Rahmen für kulturelle Aktivitäten und künstlerische Betätigung schaffen sowie die kritische Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe pflegen. Link zum Original
Kulturpolitik fördert die Begegnung mit fremden Kulturen und den interkulturellen Dialog.
Wortlaut im Programm
Kulturpolitik hat auch die Begegnung mit fremden Kulturen und den interkulturellen Dialog zu fördern. Link zum Original
Die von Bund und Ländern gemeinsam geförderten Kultureinrichtungen werden gesichert.
Wortlaut im Programm
Die von Bund und Ländern gemeinsam geförderten kulturellen Einrichtungen müssen gesichert, die kulturelle Substanz in den neuen Bundesländern muß erhalten bleiben. Link zum Original
Die kulturelle Substanz in den neuen Bundesländern wird erhalten.
Wortlaut im Programm
Die von Bund und Ländern gemeinsam geförderten kulturellen Einrichtungen müssen gesichert, die kulturelle Substanz in den neuen Bundesländern muß erhalten bleiben. Link zum Original
Der Bund engagiert sich finanziell stärker bei den Kulturfonds.
Wortlaut im Programm
Der Bund muß sich finanziell stärker bei den Kulturfonds, bei der Unterstützung der nationalen Kulturverbände und bei den Modellversuchen der kulturellen Bildung und Weiterbildung engagieren. Link zum Original
Der Bund unterstützt die nationalen Kulturverbände finanziell stärker.
Wortlaut im Programm
Der Bund muß sich finanziell stärker bei den Kulturfonds, bei der Unterstützung der nationalen Kulturverbände und bei den Modellversuchen der kulturellen Bildung und Weiterbildung engagieren. Link zum Original
Der Bund engagiert sich finanziell stärker bei Modellversuchen der kulturellen Bildung und Weiterbildung.
Wortlaut im Programm
Der Bund muß sich finanziell stärker bei den Kulturfonds, bei der Unterstützung der nationalen Kulturverbände und bei den Modellversuchen der kulturellen Bildung und Weiterbildung engagieren. Link zum Original
Kulturpolitik soll neue Finanzierungsformen erschließen.
Wortlaut im Programm
Eine intelligente Kulturpolitik wird neue Finanzierungsformen finden. Link zum Original
Der Bund verbessert die Rahmenbedingungen für die Kooperation von öffentlicher Hand, gemeinnützigen Kulturträgern und Privaten.
Wortlaut im Programm
Ziel ist die effektive Kooperation von öffentlicher Hand, gemeinnützigen Kulturträgern und Privaten. Dazu muß der Bund verbesserte Rahmenbedingungen schaffen. Link zum Original
Die Buchpreisbindung bleibt erhalten.
Wortlaut im Programm
Der halbierte Mehrwertsteuersatz für Bücher bleibt ebenso erhalten wie die Regelung fester Ladenpreise für Literatur. Link zum Original
Der Bund fördert die Erinnerung an die Opfer von Nationalsozialismus und Stalinismus verstärkt über dezentrale Initiativen und Modellprojekte.
Wortlaut im Programm
Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und des Stalinismus bleibt eine Aufgabe auch des Bundes, bei denen verstärkt dezentrale Initiativen und Modellprojekte in die Förderung einzubeziehen sind. Link zum Original
Renommierprojekte wie die Neue Wache oder das Deutsche Historische Museum werden abgelehnt.
Wortlaut im Programm
Dagegen lehnen wir zweifelhafte Renommierprojekte der Geschichtsentsorgung wie die Neue Wache oder das Deutsche Historische Museum ab. Link zum Original
Institutionen des Kulturaustauschs zwischen Deutschland und dem Ausland werden deutlich stärker gefördert.
Wortlaut im Programm
In weit größerem Maße als bisher sollen daher Institutionen gefördert werden, die unbekannte Kulturen in Deutschland bekannt machen, deutsche Kultur im Ausland verständlich machen und Menschen verschiedener Nationen zusammenbringen. Link zum Original
Kulturelle Zusammenarbeit gibt es nur mit Ländern und Kräften, die Menschenrechten und Demokratie verpflichtet sind.
Wortlaut im Programm
Eine kulturelle Zusammenarbeit darf es nur mit Ländern und Kräften geben, die den Menschenrechten und der Demokratie verpflichtet sind. Link zum Original
Die Filmförderung wird mit den Ländern abgestimmt neu geordnet und gebündelt.
Wortlaut im Programm
Wir brauchen eine mit den Ländern abgestimmte Neuordnung der Filmförderung mit dem Ziel der Bündelung und Koordination der Ressourcen unter verstärkter Förderung unabhängiger Produktions- und Verleihfirmen. Link zum Original
Unabhängige Film-Produktions- und Verleihfirmen werden verstärkt gefördert.
Wortlaut im Programm
Wir brauchen eine mit den Ländern abgestimmte Neuordnung der Filmförderung mit dem Ziel der Bündelung und Koordination der Ressourcen unter verstärkter Förderung unabhängiger Produktions- und Verleihfirmen. Link zum Original
Europaweite Antikonzentrationsregeln begrenzen die Macht der Medienkonzerne.
Wortlaut im Programm
Medienkonzerne bestimmen weitgehend die privaten Programme. Europaweite Antikonzentrationsregelungen sind zur Begrenzung dieser Medienmacht notwendig. Link zum Original
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk erfüllt seinen Informations-, Bildungs- und Kulturauftrag stärker.
Wortlaut im Programm
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muß seinem Informations-, Bildungs- und Kulturauftrag stärker als bisher nachkommen. Link zum Original
Die Rundfunkgebühren werden nach sachlichen Kriterien festgelegt.
Wortlaut im Programm
Die Höhe der Rundfunkgebühren soll künftig nach sachlichen Kriterien anstatt nach parteipolitischem Kalkül festgelegt werden. Link zum Original
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk erhält ausreichende Gebühren.
Wortlaut im Programm
Der öffentliche-rechtliche Rundfunk braucht ausreichende Gebühren, um mittelfristig ohne Werbeeinnahmen auszukommen. Link zum Original
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk kommt mittelfristig ohne Werbung aus.
Wortlaut im Programm
Der öffentliche-rechtliche Rundfunk braucht ausreichende Gebühren, um mittelfristig ohne Werbeeinnahmen auszukommen. Link zum Original
Der staatliche und parteipolitische Einfluss in Rundfunk- und Fernsehräten wird zurückgedrängt.
Wortlaut im Programm
Wir fordern, den staatlichen und parteipolitischen Einfluß in den Rundfunk- und Fernsehräten zurückzudrängen und diese Gremien einer breiteren gesellschaftlichen Kontrolle zu öffnen. Link zum Original
Rundfunk- und Fernsehräte werden einer breiteren gesellschaftlichen Kontrolle geöffnet.
Wortlaut im Programm
Wir fordern, den staatlichen und parteipolitischen Einfluß in den Rundfunk- und Fernsehräten zurückzudrängen und diese Gremien einer breiteren gesellschaftlichen Kontrolle zu öffnen. Link zum Original
In Rundfunk- und Fernsehräten wird eine Frauenquote eingeführt.
Wortlaut im Programm
Wir fordern, den staatlichen und parteipolitischen Einfluß in den Rundfunk- und Fernsehräten zurückzudrängen und diese Gremien einer breiteren gesellschaftlichen Kontrolle zu öffnen. Einzuführen sind eine Frauenquote, die Vertretung von gesellschaftlichen Gruppen wie Umwelt- oder Verbraucherverbänden und ein Vertretungsrecht für die hier lebenden AusländerInnen. Link zum Original
Umwelt- und Verbraucherverbände werden in Rundfunk- und Fernsehräten vertreten.
Wortlaut im Programm
Wir fordern, den staatlichen und parteipolitischen Einfluß in den Rundfunk- und Fernsehräten zurückzudrängen und diese Gremien einer breiteren gesellschaftlichen Kontrolle zu öffnen. Einzuführen sind eine Frauenquote, die Vertretung von gesellschaftlichen Gruppen wie Umwelt- oder Verbraucherverbänden und ein Vertretungsrecht für die hier lebenden AusländerInnen. Link zum Original
Hier lebende Ausländerinnen und Ausländer erhalten ein Vertretungsrecht in Rundfunk- und Fernsehräten.
Wortlaut im Programm
Wir fordern, den staatlichen und parteipolitischen Einfluß in den Rundfunk- und Fernsehräten zurückzudrängen und diese Gremien einer breiteren gesellschaftlichen Kontrolle zu öffnen. Einzuführen sind eine Frauenquote, die Vertretung von gesellschaftlichen Gruppen wie Umwelt- oder Verbraucherverbänden und ein Vertretungsrecht für die hier lebenden AusländerInnen. Link zum Original
Die redaktionelle Freiheit wird im Presserechtsrahmengesetz verankert.
Wortlaut im Programm
Im Presserechtsrahmengesetz soll die redaktionelle Freiheit und verstärkte Mitbestimmung der JounalistInnen - auch als Maßnahme gegen Pressekonzentrationverankert werden. Link zum Original
Die Mitbestimmung von Journalistinnen und Journalisten wird im Presserechtsrahmengesetz gestärkt.
Wortlaut im Programm
Im Presserechtsrahmengesetz soll die redaktionelle Freiheit und verstärkte Mitbestimmung der JounalistInnen - auch als Maßnahme gegen Pressekonzentrationverankert werden. Link zum Original
Gegen die Verbreitung gewaltverherrlichender oder menschenverachtender Medien werden wirksame Maßnahmen ergriffen, vor allem durch die Länder.
Wortlaut im Programm
Wir drängen darauf, daß endlich wirksame Maßnahmen gegen die Verbreitung gewaltverherrlichender oder menschenverachtender Medien ergriffen werden, vor allem durch die primär zuständigen Länder. Link zum Original
Jede Forderung ist aus dem Programmtext abgeleitet; maßgeblich ist der Wortlaut im Original. Unter „Wortlaut im Programm“ stehen auch die Wortlaute der früheren Programme, neueste zuerst. Was „Gefordert seit“ heißt
Reihenfolge
- a) ↑ Politikfelder: In der festen Reihenfolge unseres Katalogs, nicht nach Menge, damit jedes Politikfeld überall am selben Platz steht. „Ohne Politikfeld“ steht am Ende.
- Schwerpunkte im Politikfeld: Die mit den meisten Forderungen zuerst, „Weitere Forderungen“ am Ende.
- Forderungen: In der Reihenfolge des Dokuments, also nach Seitenzahl.
- Frühere Wortlaute: Das aktuelle Programm zuerst, dann die älteren.
- Die Zahl der Forderungen hängt vom Umfang der Programme ab und sagt nichts darüber, wie wichtig einer Partei ein Punkt ist.