SPD BB, Grundsatzprogramm 2007: nicht im Vertrag
Aus dem Programm „Hamburger Programm – Grundsatzprogramm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“ (Grundsatzprogramm 2007 der SPD), verglichen mit dem Koalitionsvertrag „Verantwortung für Brandenburg“
Modellauswertung der vorliegenden Forderungen, keine Aussage über eine Partei insgesamt. Stand: 19.10.2026.
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Alle Forderungen auf dieser Seite stammen aus dem Grundsatzprogramm 2007 der SPD, nicht aus dem Vertrag. 404 von 579 Forderungen dieses Programms finden sich im Koalitionsvertrag nicht wieder: Für sie gibt es im ganzen Vertrag keinen Punkt mit mindestens 30 Prozent Übereinstimmung. Bei jeder dieser Forderungen ist angegeben, welche anderen Parteien im Parlament sie teilen (Wahl- und Grundsatzprogramme, ab 30 Prozent Übereinstimmung).
Staat, Demokratie und Verwaltung14
- Das Vertrauen in die Gestaltbarkeit der Gesellschaft soll wiederhergestellt und die Menschen sollen zu selbstbestimmtem, solidarischem Handeln ermutigt werden.
- Parteien gelten als unverzichtbares Element einer demokratischen Gesellschaft.
- Jeder politische Allmachtsanspruch über die Menschen wird abgelehnt.
- Demokratische Politik soll Vorrang vor der Ökonomie haben; eine Unterordnung des Politischen unter das Ökonomische wird abgelehnt.
- Der demokratische Rechts- und Sozialstaat ist verantwortlich für das, was nicht zur Ware werden darf.
- Der Staat ist nicht für Wahrheit zuständig, wohl aber für die Bedingungen der Wahrheitsfindung.
- Deregulierung als Prinzip wird abgelehnt.
- Privatisierungen werden abgelehnt, wo sie den Zugang zu öffentlichen Gütern behindern oder das Gewaltmonopol des Staates infrage stellen.
- Bei Privatisierungen werden neben dem kurzfristigen Nutzen für die öffentlichen Finanzen auch die Folgen für politische Gestaltungsmöglichkeiten und demokratische Verantwortung geprüft.
- Kernbereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge werden nicht den Renditeerwägungen globaler Kapitalmärkte ausgesetzt.
- Verfassungsrechtliche Grenzen der parlamentarischen Mehrheit gelten auch für Bürgerentscheide.
- Ein vormundschaftlicher Staat wird abgelehnt.
- Die Demokratie braucht starke, entscheidungsfähige Parteien und starke Parlamente.
- Angestrebt wird ein handlungsfähiger demokratischer Staat.
Innere Sicherheit, Justiz und Bürgerrechte14
- Der soziale und demokratische Rechtsstaat soll Sicherheit in Freiheit gewährleisten.
- Menschen dürfen weder vom Staat noch von der Wirtschaft zum Mittel für Zwecke erniedrigt werden.
- Der Kampf gegen den Terror ist Verbrechensbekämpfung und Aufgabe von Polizei, Justiz und Geheimdiensten.
- Sicherheit vor Verbrechen ist eine Pflicht des Staates und darf nicht zur Ware werden.
- Der Rechtsstaat unterwirft jegliche Gewalt, auch die eigene, dem Recht.
- Das staatliche Gewaltmonopol wird verteidigt.
- Der Rechtsstaat achtet unbedingt die Menschen- und Bürgerrechte und gewährleistet eine unabhängige, für alle erreichbare Justiz.
- Ein Einsatz der Bundeswehr im Inneren wird abgelehnt.
- Im Kampf gegen Feinde des Rechtsstaates werden dessen Prinzipien nicht aufgegeben.
- Einschränkungen der Bürger- und Freiheitsrechte bedürfen einer Rechtfertigung.
- Das Verbot von Willkür und Folter gilt absolut.
- Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung wird gewährleistet.
- Zwangsverheiratung, Zwangsprostitution und sogenannte Ehrenmorde an Frauen werden verhindert oder geahndet.
- Menschenrechte können nicht durch Berufung auf religiöse Regeln oder Traditionen außer Kraft gesetzt werden.
Migration, Asyl, Integration und Staatsangehörigkeit8
- Niemand darf Frauen und Mädchen daran hindern, sich frei zu entfalten und zu bilden.
- Die Chancen der Mehrsprachigkeit von Einwanderern werden genutzt.
- Die Einbürgerung von Zuwanderern wird angestrebt.
- Mehrstaatlichkeit wird bei der Einbürgerung nicht ausgeschlossen.
- Ausländer ohne deutsche Staatsbürgerschaft, die länger in Deutschland leben, erhalten das kommunale Wahlrecht, auch wenn sie nicht aus EU-Staaten kommen.
- Wer vor staatlicher, nichtstaatlicher oder geschlechtsspezifischer Verfolgung oder Diskriminierung flieht, erhält in Deutschland Schutz und schließlich einen gesicherten Aufenthalt.
- Es wird eine gemeinsame europäische Flüchtlingspolitik geschaffen, die auch Fluchtursachen bekämpft.
- Bildung ist Schlüssel zur Integration Zugewanderter.
Wirtschaft, Wettbewerb und Industrie43
- Nachhaltiger Fortschritt soll wirtschaftliche Dynamik, soziale Gerechtigkeit und ökologische Vernunft vereinen.
- National, europäisch und international soll eine soziale Antwort auf den globalen Kapitalismus gegeben werden.
- Kapital soll der Wertschöpfung und dem Wohlstand dienen.
- Die Globalisierung soll durch demokratische Politik gestaltet werden.
- Recht, Sicherheit, Bildung, Gesundheit, Kultur und natürliche Umwelt sollen nicht zur bloßen Ware werden.
- Der Markt gilt als notwendiges und anderen Koordinierungsformen überlegenes Mittel.
- Der Markt soll durch Regeln, einen sanktionsfähigen Staat, wirkungsvolle Gesetze und faire Preisbildung eingerahmt werden.
- Fortschritt soll soziale, ökonomische und ökologische Verantwortung verbinden und auf qualitatives Wachstum sowie einen verantwortlichen Umgang mit natürlichen Ressourcen zielen.
- Die Ökonomisierung aller Lebensbereiche wird abgelehnt.
- Eine koordinierte Marktwirtschaft soll den Vorrang der Demokratie vor den Märkten gewährleisten.
- Die Finanzmärkte sollen international einem wirksamen ordnungspolitischen Rahmen unterworfen werden.
- Die Entwicklung der Marktwirtschaft zu einer Marktgesellschaft wird in Deutschland und Europa abgelehnt.
- Nachhaltiger Fortschritt soll wirtschaftliche Dynamik, soziale Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung vereinen.
- Die Globalisierung gilt als Chance für neue Arbeitsplätze und weltweiten Wohlstand.
- Die Dynamik der Märkte wird in den Dienst des Menschen gestellt.
- Eine Wettbewerbsordnung soll langfristiges Wachstum fördern und die Fixierung auf kurzfristigen Profit überwinden.
- Märkte werden politisch gestaltet, auch über nationale Grenzen hinaus.
- Es gilt so viel Wettbewerb wie möglich und so viel regulierender Staat wie nötig.
- Für die soziale Marktwirtschaft wird ein gemeinsames Vorgehen in der Europäischen Union angestrebt.
- Gemeinnützige Unternehmen und Genossenschaften gelten als wichtiger Teil der sozialen Marktwirtschaft.
- Verantwortliches Unternehmertum wird durch fairen Wettbewerb gefördert.
- In Deutschland wird eine Kultur der Selbstständigkeit gefördert.
- Die öffentliche und private Nachfrage nach personenbezogenen Dienstleistungen wird erhöht, um Beschäftigungspotenziale zu erschließen.
- Der Staat ersetzt die Märkte nicht, gibt aber Leitmärkten Impulse.
- Der Staat bündelt seine Mittel und Instrumente von der Forschung über gezielte Regulierung bis zur Beschaffung bestimmter Produkte.
- Strategische Industriepolitik ist als ökologische Industriepolitik auszurichten.
- Eine moderne Volkswirtschaft braucht einen funktionierenden Kapital- und Finanzmarkt.
- Junge, innovative Unternehmen erhalten besseren Zugang zu Wagniskapital.
- Langfristig orientierte Anleger werden auch über Steuer- und Aktienrecht gestärkt.
- Für Investoren und Fonds gelten Spielregeln, die einseitige Renditeorientierung zulasten des Substanzerhalts von Unternehmen verhindern.
- Die internationale Regulierung der Güter- und Finanzmärkte gewinnt an Bedeutung.
- Zur Stabilität der Finanzmärkte wird gemeinsam mit anderen Staaten und internationalen Institutionen gehandelt.
- Klare Regeln und wirksame Aufsicht verhindern Stabilitätsrisiken und volkswirtschaftlich schädliche Fehlentwicklungen.
- Die besondere Rolle kleinerer Banken und Sparkassen für kleine und mittlere Unternehmen wird erhalten.
- Die Sparkassen bleiben öffentlich-rechtlich.
- Geistiges Eigentum wird geschützt.
- In Deutschland soll eine Atmosphäre der Offenheit für neue Ideen und Querdenker entstehen.
- Die Bedingungen, unter denen Produkte hergestellt und Dienstleistungen erbracht werden, werden transparent gemacht.
- Verbraucher erhalten erweiterte Informationsrechte.
- Der Markt der Finanzdienstleistungen wird transparenter.
- Es gibt verlässliche Qualitätskriterien für Produkte.
- Es gibt eine umfassende Verbraucherbildung.
- Die öffentliche Hand ist mit Beschaffungs- und Investitionsentscheidungen Vorbild für nachhaltigen Konsum.
Arbeit, Löhne und soziale Sicherung68
- Qualitatives Wachstum soll Armut und Ausbeutung überwinden sowie Wohlstand und gute Arbeit für alle ermöglichen.
- Ein vorsorgender Sozialstaat soll Armut bekämpfen, gleiche Chancen und gerechte Teilhabe sichern und die großen Lebensrisiken verlässlich absichern.
- Ausreichende soziale Sicherung gilt als Voraussetzung dafür, Freiheit nutzen zu können.
- Einkommen, Vermögen und Macht sollen gleichmäßiger verteilt werden.
- Menschen sollen mehr selbstbestimmte und freie Zeit erhalten.
- Gleichberechtigte soziale Teilhabe soll durch gesellschaftliche Demokratisierung, vor allem Mitbestimmung, und einen vorsorgenden Sozialstaat gesichert werden.
- Die europäische Sozialunion schafft verbindliche europäische Sozialstandards, die nicht unterschritten werden dürfen.
- Die Sozialsysteme der Mitgliedstaaten werden nicht vereinheitlicht.
- Die Mitgliedstaaten verständigen sich auf einen sozialen Stabilitätspakt.
- Für die nationalen Sozial- und Bildungsausgaben werden Ziele und Standards festgelegt, die sich an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit orientieren.
- Es wird eine europäische Rechtsgrundlage für grenzüberschreitende Tarifverhandlungen und Tarifverträge geschaffen.
- Soziale Sicherheit ist Aufgabe des Staates und keine Ware.
- Frauen und Männer erhalten mehr Zeitsouveränität.
- Mitbestimmung, Tarifautonomie und Streikrecht gelten als Grundlage der sozialen Marktwirtschaft.
- Die paritätische Mitbestimmung in den Aufsichtsräten großer Unternehmen wird beibehalten.
- Arbeitnehmerrechte und Mitbestimmung werden auf europäischer Ebene ausgebaut.
- Starke Gewerkschaften gelten als unverzichtbar.
- Die Aufgabenteilung zwischen Gesetzgeber, Tarifparteien sowie Betriebs- und Personalräten bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen bleibt bestehen.
- Die Tarifautonomie gilt uneingeschränkt.
- Der Flächentarifvertrag wird gestärkt.
- Die Arbeitnehmerrechte werden gesichert, einschließlich des Kündigungsschutzes.
- Lohnzuwächse orientieren sich am Produktivitätswachstum und an der Inflation.
- Die Beteiligung der Beschäftigten am Unternehmenskapital wird als zusätzliche Einkommensquelle unterstützt.
- Überbetriebliche Fonds sollen verhindern, dass bei der Mitarbeiterkapitalbeteiligung das Unternehmensrisiko auf die Arbeitnehmer übergeht.
- Gering verdienende Freiberufler und Gewerbetreibende erhalten eine bessere soziale Sicherung.
- Die sozialen Sicherungssysteme werden stärker durch Steuern auf alle Einkunftsarten und weniger durch Beiträge finanziert.
- Mindestlöhne werden eingeführt, um Ausbeutung zu verhindern und fairen Wettbewerb zu sichern.
- Jeder Mensch hat ein Recht auf Arbeit.
- Zeiten der Weiterbildung, Kindererziehung, Familienarbeit sowie ehrenamtlicher und politischer Arbeit werden solidarisch sozial abgesichert.
- Vollbeschäftigung soll durch hohes qualitatives Wachstum, innovative Produkte und Beschäftigungsdynamik im Dienstleistungsbereich erreicht werden.
- Für Menschen ohne Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt gibt es öffentlich geförderte, gemeinwohlorientierte Arbeit.
- Eine moderne Arbeitszeitpolitik fördert Selbstbestimmung und Flexibilität und bringt durch Arbeitszeitverkürzung mehr Menschen in Beschäftigung.
- Die Tarifautonomie bleibt unangetastet.
- Gewerkschaften sollen stark, repräsentativ und streikfähig sein.
- Die Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmer bei Unternehmensentscheidungen werden gestärkt.
- Die betriebliche Mitbestimmung wird weiterentwickelt.
- Mitbestimmungsrechte werden auf europäischer Ebene verankert.
- Die Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand wird ausgebaut.
- Menschen haben ein Recht auf freie Zeit.
- Eine moderne Arbeitszeitpolitik wird entwickelt.
- Die Arbeitslosenversicherung wird zu einer Arbeitsversicherung umgestaltet.
- Überstunden werden abgebaut.
- Arbeitszeitkonten werden abgesichert.
- Flexible Formen der Arbeitszeitverkürzung werden ermöglicht.
- Die Sozialsysteme werden den sich ändernden Erwerbsbiografien besser angepasst.
- Die Arbeitsversicherung sichert berufliche Übergänge und Erwerbsunterbrechungen ab.
- Der Arbeits- und Gesundheitsschutz wird weiterentwickelt.
- Arbeitsbedingungen orientieren sich an den Bedürfnissen einer älter werdenden Arbeitnehmerschaft.
- Zuwanderung und Freizügigkeit von Arbeitnehmern dürfen nicht zu Sozial- und Lohndumping führen.
- Illegale Beschäftigung wird bekämpft.
- Unbefristete und sozialversicherte Arbeitsverhältnisse werden gestärkt.
- Prekäre Arbeit wird überwunden.
- Arbeits- und Kündigungsschutz bleiben erhalten.
- Demokratie und Sozialstaat gehören zusammen; soziale Bürgerrechte ergänzen die Freiheitsrechte.
- Staatlich verbürgte soziale Sicherung, einklagbare Rechtsansprüche auf Sozialleistungen und Arbeitnehmerrechte bleiben Fundament des Sozialstaats.
- Der Sozialstaat wird zum vorsorgenden Sozialstaat weiterentwickelt.
- Bildung ist zentrales Element der Sozialpolitik.
- Zentrale Ziele des Sozialstaats sind Sicherheit, Teilhabe und Emanzipation.
- Der Sozialstaat schützt vor existenzieller Not, Ausbeutung, Diskriminierung und Lebensrisiken wie Arbeitslosigkeit, Krankheit und Pflegebedürftigkeit.
- Der Sozialstaat gewährleistet allen von Anfang an und immer wieder tatsächliche Lebenschancen.
- Beschäftigte in sozialen Einrichtungen haben Anspruch auf erstklassige Qualifizierung und Förderung.
- Soziale Dienstleistungen müssen nicht vom Staat selbst erbracht werden.
- Freie Wohlfahrtsverbände sind wichtige Partner bei sozialen Diensten.
- Der Staat verantwortet Qualität und gleichen Zugang für alle bei sozialen Diensten.
- Paritätische Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bleiben Grundlage der Sicherungssysteme.
- Die Sicherungssysteme werden durch eine höhere, gesicherte Steuerfinanzierung nach Leistungsfähigkeit ergänzt.
- Die Finanzierung des Sozialstaats wird auf eine breitere Grundlage gestellt, um Erwerbsarbeit zu entlasten.
- Der Sozialstaat setzt stärker am Bürgerstatus und weniger am Erwerbsstatus an.
Steuern, Haushalt und öffentliche Finanzen13
- Wer überdurchschnittlich verdient oder mehr Vermögen besitzt, soll mehr zum Wohl der Gesellschaft beitragen.
- Für Unternehmensteuern gelten europaweit Mindestsätze.
- Für Unternehmensteuern gilt europaweit eine einheitliche Bemessungsgrundlage.
- Von der EU beschlossene Mindestsätze für Unternehmensteuern werden befürwortet.
- Das Steuerrecht wird so umgestaltet, dass es Frauen nicht an der Erwerbstätigkeit hindert.
- Die Steuerpolitik soll Ungleichheit von Einkommen und Vermögen begrenzen und gleiche Chancen fördern.
- Der Staat braucht für politische Gestaltung ausreichende und verlässliche Einnahmen.
- Unternehmen und Privathaushalte beteiligen sich entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit an der Finanzierung staatlicher Aufgaben.
- Die progressive Einkommensteuer wird beibehalten.
- Große Vermögen werden gerecht besteuert.
- Große Erbschaften werden gerecht besteuert.
- Finanz- und Geldpolitik in Deutschland und Europa soll die Konjunktur festigen und stetiges, kräftiges Wachstum fördern.
- Die öffentliche Hand gibt Geld aus, um der Konjunktur Impulse zu geben.
Rente und Alterssicherung8
- Die gesetzliche Rentenversicherung bleibt tragende Säule der Alterssicherung.
- Die gesetzliche Rente wird durch Betriebsrenten oder öffentlich geförderte private Vorsorge ergänzt.
- Die gesetzliche Rentenversicherung wird langfristig auf alle Erwerbstätigen ausgedehnt.
- Erwerbseinkommen und Erwerbsdauer bleiben Maßstab für die Rentenhöhe.
- Die Rente bleibt beitragsbezogen.
- Eine Einheitsrente wird abgelehnt.
- Altersarmut wird vermieden.
- Frauen erhalten eine eigenständige Alterssicherung.
Gesundheit und Pflege12
- Alle Menschen sollen ein gesundes Leben führen können.
- Die Würde des menschlichen Lebens ist in allen Phasen unantastbar.
- Das Verbot gezielter genetischer Eingriffe in die menschliche Keimbahn bleibt bestehen.
- Gesundheitsbewusstes Verhalten wird gefördert.
- Gesundheitserziehung wird von Anfang an gefördert.
- Verpflichtende Vorsorgeuntersuchungen werden auch in Kindertagesstätten und Schulen eingeführt.
- Jedes Kind hat ein Recht, gesund aufzuwachsen.
- Medizinischer Fortschritt wird genutzt, um Krankheiten zu heilen und unheilbar Kranke menschenwürdig zu versorgen.
- Eine Zweiklassenmedizin wird abgelehnt.
- Eine solidarische Bürgerversicherung für alle Menschen wird eingeführt.
- Familie, privates Umfeld, ambulante und stationäre Einrichtungen sollen sich in der Pflege wirksam ergänzen.
- Jeder Mensch hat Anspruch auf ein Sterben in Würde.
Familie, Kinder, Gleichstellung und Gesellschaft30
- Kein Kind soll zurückgelassen werden.
- Kulturelle Vielfalt gilt als Merkmal erfolgreicher Gesellschaften.
- Angestrebt wird eine Gesellschaft der Freien und Gleichen, in der jeder Mensch seine Persönlichkeit frei entfalten kann.
- Die Gesellschaft ist bei Behinderung, im Alter, am Lebensanfang und am Lebensende zum besonderen Schutz der Menschenwürde verpflichtet.
- Natürliche Ungleichheiten und soziale Herkunft dürfen nicht über Lebenswege entscheiden.
- Menschen sollen sich angenommen, zugehörig und sicher fühlen können.
- Eine starke, lebendige Bürgergesellschaft wird angestrebt, in der Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit genutzt werden.
- Die Bürgergesellschaft kontrolliert und ergänzt staatliches Handeln, ersetzt es aber nicht.
- Eine Kultur des gemeinnützigen Stiftens wird unterstützt.
- Frauen und Männer sollen ihren Lebensweg mit oder ohne Familie selbstbestimmt wählen können.
- Gender Mainstreaming überprüft jede politische Entscheidung auf ihre Auswirkungen auf Frauen und Männer.
- Betreuungseinrichtungen für Kinder werden flächendeckend und bedarfsgerecht ausgebaut.
- Erziehungsphasen werden abgesichert.
- Die Trennung in typische Frauen- und Männerberufe wird überwunden.
- Gesetzliche Maßnahmen sichern Frauen gleiche Teilhabe an Führungspositionen in Unternehmen, Verwaltung, Wissenschaft, Forschung und Aufsichtsgremien.
- Zur Verwirklichung gleicher Teilhabe werden alle Lebensbereiche umgestaltet.
- Ziel ist eine kinderfreundliche Gesellschaft.
- Eltern, Hebammen, Ärzte und Pflegekräfte werden auf ihre Aufgabe in den ersten Lebensjahren von Kindern gut vorbereitet.
- Leitbild ist die Familie, in der Mutter und Vater gleichermaßen für Unterhalt und Fürsorge verantwortlich sind.
- Den Menschen wird kein Lebensmodell vorgeschrieben.
- Nichteheliche Lebensgemeinschaften, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften und Alleinerziehende werden unterstützt.
- Familie ist dort, wo Kinder sind oder Lebenspartner und Generationen füreinander einstehen.
- Ein Klima der Offenheit und des Verständnisses für Kinder wird geschaffen.
- Jungen Paaren wird die Erfüllung von Kinderwünschen ohne berufliche Nachteile erleichtert.
- Paare mit Wunsch nach drei oder mehr Kindern sollen nicht aus finanziellen Gründen verzichten müssen.
- Junge Familien erhalten gute und verlässliche Betreuungsangebote.
- Junge Familien erhalten familiengerechte Arbeitszeiten.
- Die Trennung der Eltern darf für Kinder kein Armutsrisiko werden.
- Für Alleinerziehende werden Betreuungsmöglichkeiten vorrangig geschaffen.
- Kinderrechte, darunter das Recht auf gewaltfreie Erziehung, werden in der Verfassung verankert.
Bildung, Wissenschaft und Forschung32
- Die Länder der Europäischen Union investieren mehr in Bildung, Forschung und Innovation.
- Bildung gilt als Menschenrecht, dem der Staat verpflichtet ist, und nicht als Ware.
- Erfindungen werden daraufhin geprüft, ob sie freier Entfaltung, Würde, Sicherheit und Miteinander der Menschen nutzen.
- Erforschung und Anwendung von Bio- und Gentechnologie und neuer medizinischer Möglichkeiten erfordern ethische Reflexion und breite Diskussion.
- Ein Recht auf Weiterbildung wird eingeführt.
- Bildung vermittelt Freude am Lernen und Offenheit für Forschungsergebnisse.
- Der Bildungsweg von Krippe und Kindergarten bis zur Hochschule wird gebührenfrei.
- Schulabschlüsse können gebührenfrei nachgeholt werden.
- Das Verhältnis von Frauen und Männern unter Lehrenden von der Kita bis zur Hochschule wird ausgewogener.
- Kindertagesstätten werden zu Eltern-Kind-Zentren mit Beratung, Weiterbildung und Alltagshilfe für Familien ausgebaut.
- Ganztagsbetreuung wird für alle Kinder von Anfang an gebührenfrei.
- Es gibt einen Rechtsanspruch auf gute Betreuung ab dem zweiten Lebensjahr.
- Kinder lernen in einer gemeinsamen Schule bis zur zehnten Klasse.
- Das Bildungswesen wird sozial durchlässiger.
- Schulen arbeiten selbstständiger.
- Lehrende, Lernende und Eltern werden in die Entscheidungen der Schule eingebunden.
- Alle Jugendlichen haben ein Recht auf Ausbildung.
- Solidarische Finanzierungsmodelle wie eine Umlage zugunsten ausbildender Betriebe werden eingeführt.
- Wo das duale System zu wenige Ausbildungsplätze bietet, gibt es eine öffentlich verantwortete Berufsausbildung.
- Finanzierungsmodelle für zusätzliche Ausbildungsplätze und zur Förderung von Betrieben, die über Bedarf ausbilden, werden unterstützt.
- Für die Hochschulfinanzierung gibt es einen finanziellen Ausgleich zwischen den Bundesländern.
- Alle Hochschulangehörigen bestimmen mit.
- Einheit und Freiheit von Forschung und Lehre bleiben Kern der Universität.
- Sozial- und Geisteswissenschaften werden ebenso gefördert wie Natur- und Technikwissenschaften.
- Der Anteil Studierender aus bildungsfernen Familien wird erhöht.
- Beruflich Qualifizierten wird ein Studium finanziell ermöglicht.
- Studiengebühren für das Erststudium werden abgelehnt.
- Die staatliche Ausbildungsförderung wird bedarfsgerecht weiterentwickelt.
- Die Studienförderung ermöglicht mehr Studierenden internationale Erfahrung.
- Deutschland ist offen für Studierende aus anderen Ländern.
- Fortbildung wird finanziell und durch Freistellungsansprüche sichergestellt.
- Tarifpartner und Betriebe werden in die Sicherung der Fortbildung einbezogen.
Wohnen, Bauen und Stadtentwicklung5
- Leitbild der Stadtpolitik ist die solidarische Stadt, die allen Bewohnern gesellschaftliche, ökonomische und kulturelle Teilhabe ermöglicht.
- Wohnraum darf nicht zum Spekulationsobjekt werden.
- Der soziale Zusammenhalt in Städten und Quartieren wird verbessert.
- Abwertungs- und Ausgrenzungsprozesse in benachteiligten Stadtquartieren werden verhindert.
- Die soziale Stadt wird als Querschnittsaufgabe aller Politikbereiche mit übergreifenden Konzepten verfolgt.
Verkehr und Infrastruktur2
Energie4
- Erneuerbare Energien und Energieeffizienz gelten als Schlüssel zu einer friedlichen Entwicklung.
- Der Ausstieg aus der Atomkraft wird umgesetzt.
- Die Abhängigkeit von Öl und anderen importierten erschöpflichen Energien wird beendet.
- Als Brücke ins solare Zeitalter dienen moderne Kohle- und Gaskraftwerke mit hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung.
Klima, Umwelt und Naturschutz10
- Qualitatives Wachstum soll dem Klimawandel entgegenwirken.
- Die natürlichen Lebensgrundlagen sollen für künftige Generationen gesichert werden.
- Nachhaltigkeit soll Grundprinzip politischen und wirtschaftlichen Handelns sein.
- Die natürlichen Lebensgrundlagen werden für kommende Generationen gesichert.
- Der weltweite Treibhausgasausstoß wird bis 2050 halbiert.
- Weitere, ehrgeizigere internationale Abkommen zur Reduzierung von Treibhausgasen werden angestrebt.
- In der Industrie werden erschöpfliche durch erneuerbare Rohstoffe ersetzt.
- Der Flächenverbrauch wird deutlich vermindert.
- Meere und Küstenregionen werden effektiv geschützt.
- Die natürlichen Lebensgrundlagen sollen geschützt werden.
Landwirtschaft, Ernährung und ländlicher Raum7
- Es gilt die ethische Verpflichtung zum pfleglichen Umgang mit Tieren, auch ohne unmittelbaren Nutzen für Menschen.
- Tierversuche werden wo immer möglich vermieden.
- Artgerechte Tierhaltung wird durchgesetzt.
- Tierquälerei wird bekämpft.
- Deutschland soll eine starke Landwirtschaft behalten.
- Landwirte und Verbraucher haben einen Anspruch auf gentechnikfreien Anbau.
- Neue Kooperationsformen für Landwirte stärken ihre Position gegenüber dem konzentrierten Lebensmitteleinzelhandel.
Digitalisierung, Daten und Technologie1
Europa, Euro und europäische Institutionen25
- Europa soll tolerant sein und seine Vielfalt an Nationen, Regionen, Kulturen und Religionen pflegen.
- Die Europäische Union setzt den Märkten einen sozialen und ökologischen Rahmen, wo der Nationalstaat es nicht mehr kann.
- In der Europäischen Union wird mehr Demokratie verwirklicht.
- Leitbild ist eine politische Union mit demokratischen Mitwirkungsrechten für alle europäischen Bürger.
- Die Europäische Union erhält eine parlamentarisch verantwortliche Regierung.
- Die Europäische Union erhält eine europäische Verfassung.
- Europa wird föderal gestaltet, mit Beteiligung von Europäischem Parlament und Nationalstaaten an der Gesetzgebung.
- Was nur Menschen vor Ort, in der Region oder einem Land betrifft, bleibt in deren Zuständigkeit und wird nicht durch europäische Regeln ausgehebelt.
- Die Kompetenzen des Europäischen Parlaments werden gestärkt.
- Das Europäische Parlament erhält umfassende Kontrollrechte gegenüber der Europäischen Kommission.
- Das Europäische Parlament erhält ein eigenes Gesetzesinitiativrecht.
- Der Präsident der Europäischen Kommission wird vom Europäischen Parlament gewählt.
- Die Demokratisierung der EU kann über eine verstärkte Zusammenarbeit einiger Mitgliedstaaten erfolgen, wenn einzelne Staaten sie blockieren.
- Eine verstärkte Zusammenarbeit einiger Mitgliedstaaten bleibt für alle Mitgliedstaaten offen.
- Wirtschafts-, Finanz- und Geldpolitik werden in der EU wachstums- und beschäftigungsorientiert koordiniert.
- Für diese Koordination werden verbindliche gesamtwirtschaftliche Vorgaben eingeführt.
- Neben die Wirtschafts- und Währungsunion tritt gleichrangig eine europäische Sozialunion.
- Der freie Zugang zu hochwertigen öffentlichen Dienstleistungen wird als Prinzip für die Europäische Union verbindlich festgelegt.
- Der europäische Haushalt setzt Schwerpunkte bei Bildung, Forschung und Innovation.
- Der EU-Haushalt wird weniger aus Zuweisungen der nationalen Haushalte finanziert.
- Die Europäische Union erhält langfristig eine eigene Einnahmequelle.
- Alle Jugendlichen erhalten die Möglichkeit, über Austauschprogramme oder Jugendbegegnungen den Alltag in einem anderen europäischen Land kennenzulernen.
- Zusagen gegenüber Ländern mit Beitrittsperspektive, die die Kriterien erfüllen, werden eingehalten.
- Die Beitrittszusagen gelten auch gegenüber der Türkei.
- Die europäische Nachbarschaftspolitik gegenüber Staaten, die mittelfristig nicht beitreten können, wird fortentwickelt.
Außenpolitik, Verteidigung und Entwicklungszusammenarbeit85
- Angestrebt wird eine friedliche und gerechte Weltordnung.
- Internationale Beziehungen sollen auf der Stärke des Rechts statt auf dem Recht des Stärkeren beruhen.
- Nationalstaaten sollen sich zusammenschließen, um ihren Einfluss gegenüber dem globalen Kapital gemeinsam zu stärken.
- Internationale Politik soll Konflikte verhindern und Frieden schaffen.
- Macht soll dem Recht untergeordnet werden.
- Eine Weltinnenpolitik mit starken Vereinten Nationen soll entwickelt werden.
- Eine gerechte Weltwirtschaftsordnung soll geschaffen werden.
- Angriffs- und Präventivkriege werden in jeder Form abgelehnt.
- Die Unteilbarkeit und universelle Geltung der Menschenrechte ist nicht verhandelbar.
- Die Todesstrafe soll weltweit geächtet werden.
- Internationale Politik soll multilateral in organisierter Zusammenarbeit der Staaten erfolgen.
- Eine neue Entspannungspolitik soll Verständigung ermöglichen, Aufrüstung vermeiden und Konflikte friedlich lösen.
- Internationale Politik soll auf einem umfassenden Sicherheitsbegriff beruhen, der Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit, Demokratie und nachhaltige Entwicklung einschließt.
- Die Vorstellung eines Kampfes der Kulturen wird abgelehnt.
- Auswärtige Kulturpolitik soll als Teil der Außenpolitik Verständnis für Deutschland wecken und den Dialog der Kulturen fördern.
- Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für das Existenzrecht Israels.
- Angestrebt wird ein umfassender Frieden im Nahen Osten auf der Grundlage internationaler Verträge.
- Das palästinensische Volk soll Selbstbestimmung und einen lebensfähigen eigenen Staat erhalten.
- Die transatlantische Partnerschaft soll erneuert werden.
- Das transatlantische Bündnis soll eine neue, am globalen Zeitalter ausgerichtete Zielbestimmung erhalten.
- Den Beziehungen zu den USA wird besonderes Gewicht beigemessen.
- Die deutsch-französische Freundschaft und Zusammenarbeit soll als Motor der europäischen Einigung und um ihrer selbst willen fortbestehen.
- Die strategische Partnerschaft mit Russland gilt für Deutschland und die EU als unverzichtbar.
- Die Vereinten Nationen sollen zur obersten Instanz einer globalen Rechtsordnung ausgebaut werden.
- Globales Recht soll geschaffen und durchgesetzt werden.
- Die internationale Gerichtsbarkeit soll gestärkt werden.
- Internationales Recht soll durch durchsetzbare Sanktionen verbindlich werden.
- Die Institutionen der Vereinten Nationen sollen reformiert und demokratisiert werden.
- Die Rechte der UN-Vollversammlung sollen gestärkt werden.
- Die Stellung des UN-Generalsekretärs soll gestärkt werden.
- Bei der Reform des UN-Sicherheitsrats sollen alle Kontinente angemessen beteiligt werden.
- Das Vetorecht einzelner Mitgliedstaaten im UN-Sicherheitsrat wird abgelehnt.
- Deutschland soll mehr Verantwortung in den Vereinten Nationen übernehmen, auch mit einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat.
- Die Europäische Union soll langfristig einen Sitz im UN-Sicherheitsrat erhalten.
- Ein Globaler Rat der Vereinten Nationen für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik soll geschaffen werden.
- Der Globale Rat soll wirtschaftliche, soziale und ökologische Belange abstimmen und unkontrollierte Kapitalbewegungen sowie soziales und ökologisches Dumping begrenzen.
- Alle Regionen und die internationalen Handels- und Finanzinstitutionen sollen im Globalen Rat hochrangig vertreten sein.
- Finanzielle Stabilität, Klimaschutz, Sicherung der Ökosysteme und Seuchenschutz gelten als globale politische Aufgaben.
- Die Staatengemeinschaft soll den Vereinten Nationen die notwendigen Mittel bereitstellen.
- IWF, Weltbank und WTO sollen sich an Nachhaltigkeit, Menschenrechten und Arbeitnehmerrechten messen lassen.
- Die Entscheidungen von IWF, Weltbank und WTO sollen transparent sein.
- Die Stimmrechte in IWF, Weltbank und WTO sollen die Interessen der Entwicklungsländer stärker berücksichtigen.
- Die Internationale Arbeitsorganisation soll gestärkt werden.
- Deutschland unterstützt den Aufbau regionaler Organisationen nach dem Vorbild von Europarat und OSZE in anderen Weltregionen.
- Die Sozialistische Internationale soll als Bündnis sozialdemokratischer Parteien eine stärkere Rolle erhalten.
- Krisenprävention gilt als effizienteste Sicherheitspolitik.
- Dauerhafter Frieden erfordert die Überwindung struktureller Konfliktursachen wie Hunger, Armut und Ressourcenmangel.
- Krieg wird als Mittel der Politik abgelehnt.
- Die Bekämpfung von Korruption bleibt ein Ziel der Armutsbekämpfung.
- Gute Regierungsarbeit in Entwicklungsländern wird gefördert.
- Entwicklungsländer werden systematisch entschuldet.
- Aids, Seuchen und Epidemien werden als Teil der Armutsbekämpfung bekämpft.
- Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen weltweit gilt als Voraussetzung für Demokratie, globale Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung.
- Die Industrieländer öffnen im Rahmen der Welthandelsorganisation ihre Märkte für Entwicklungsländer.
- Die Subventionierung von Agrarexporten der Industrieländer wird schrittweise reduziert und schließlich beendet.
- Eine neue Politik effektiver Rüstungskontrolle, Rüstungsbegrenzung und Abrüstung wird verfolgt.
- Sämtliche auf deutschem Boden lagernden Atomsprengköpfe werden abgezogen.
- Ziel ist eine atomwaffenfreie Welt.
- Die Urananreicherung wird unter internationale Kontrolle gestellt.
- Der Einsatz von Atomwaffen wird international rechtsverbindlich geächtet.
- Der Weltraum bleibt frei von Waffen.
- Konventionelle Rüstungsgüter werden verstärkt begrenzt und kontrolliert.
- Bestehende multilaterale Abrüstungsverträge werden gestärkt und ausgebaut.
- Produktion und Export von Landminen und Streubomben werden verboten.
- Deutschland strebt weder Herstellung noch Besitz noch Anwendung von Massenvernichtungswaffen an.
- Es gilt eine strenge Rüstungsexportpolitik.
- Bei Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter sind Menschenrechte, gute Regierungsführung und das Verbot von Waffenlieferungen in Konfliktregionen maßgeblich.
- Deutschland übernimmt Verantwortung bei der Wiederherstellung von Staatlichkeit und zivilgesellschaftlichen Strukturen in zerfallenden Staaten.
- Das Militär kommt beim internationalen Kampf gegen den Terror nur als letzte Option zum Einsatz.
- Jede Aufweichung des Völkerrechts wird auch angesichts des Terrorismus abgelehnt.
- Die Friedenspolitik setzt vorrangig auf die Vorbeugung gegen Konflikte.
- Bundeswehreinsätze werden stets in ein Konzept politischer, diplomatischer, wirtschaftlicher, entwicklungspolitischer und kultureller Maßnahmen eingebettet.
- Die Mittel für zivile Krisenprävention und Krisenreaktion werden erhöht.
- Die Instrumente ziviler Krisenprävention und Krisenreaktion werden ausgebaut.
- Militärische Mittel bleiben das letzte Mittel.
- Soldatinnen und Soldaten werden auch zur Friedensstabilisierung nur eingesetzt, wenn andere Mittel nicht ausreichen.
- Die Wehrpflicht wird fortentwickelt.
- Die Freiwilligkeit beim Wehrdienst wird gestärkt.
- Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen wird auch international durchgesetzt.
- Europäische Friedenspolitik konzentriert sich auf Diplomatie, Dialog, Unterstützung von Demokratie und Menschenrechten sowie wirtschaftliche Entwicklungshilfe in Konfliktregionen.
- Die EU erhält eine gemeinsame Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
- Die Armeen der Mitgliedstaaten wachsen enger zusammen.
- Langfristig wird eine europäische Armee aufgebaut.
- Der Einsatz einer europäischen Armee muss parlamentarisch legitimiert werden.
- Angestrebt wird eine friedlichere und gerechtere Welt.
Kultur, Medien, Religion und Erinnerung14
- Kultur gilt als Ausdruck einer humanen Gesellschaft und nicht als bloße Ware.
- Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gilt als unverzichtbarer Teil der demokratischen Öffentlichkeit.
- Manipulation, politische Einseitigkeit und Jugendgefährdung in den Medien werden abgelehnt.
- Der Dialog zwischen den Kulturen wird unterstützt.
- Kulturelle Vielfalt wird fundamentalistischen Verengungen, der Politisierung religiöser Unterschiede und globaler Monokultur vorgezogen.
- Der Beitrag der in Deutschland lebenden Muslime zum Dialog der Religionen und zum friedlichen Zusammenleben gilt als unverzichtbar.
- Der Staat fördert die Künste.
- Der Staat wirbt im Ausland für die deutsche Kultur.
- Kulturförderung gilt als Investition in die Zukunft und nicht als Subvention.
- Die Freiheit des Denkens, des Gewissens, des Glaubens und der Verkündigung wird verteidigt.
- Mit Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften wird bei gemeinsamen Aufgaben in freier Partnerschaft zusammengearbeitet.
- Kirchen und Religionsgemeinschaften regeln ihre inneren Angelegenheiten im Rahmen der Gesetze autonom.
- Das Urheberrecht wird gesichert.
- Urheber behalten die Freiheit, ihr geistiges Eigentum der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.
Föderalismus, Kommunen und regionale Entwicklung9
- Menschen in Abwanderungsregionen sollen Hilfe erhalten, um Zukunftsperspektiven für ihre Heimat zu schaffen.
- Die Organisationsfreiheiten der Kommunen werden vergrößert.
- Den Kommunen werden keine Aufgaben ohne die dafür erforderlichen Mittel übertragen.
- Deutschland bleibt ein sozialer Bundesstaat.
- Im föderalen Staat gilt das Subsidiaritätsprinzip.
- Der föderale Staat wird bejaht.
- Länder und Bund sollen handlungsfähig sein.
- Die Verantwortlichkeiten zwischen Bund und Ländern müssen erkennbar sein.
- Kommunen stellen Menschen in spezifischen Notlagen geeignete Hilfe zur Verfügung.
„Nicht gefunden“ heißt nicht, dass es zu dem Thema keine Forderung gibt. Wie das entsteht
Reihenfolge
- a) ↑ Politikfelder: In der Reihenfolge unseres Katalogs; „Ohne Politikfeld“ steht hier am Anfang.
- Forderungen: In der Reihenfolge des Programms, also nach Seitenzahl.