Linke HB · Radikal sozial: Für Bremen und Bremerhaven
Landwirtschaft, Ernährung und ländlicher Raum: was sich gegenüber 2023 geändert hat
Alle Änderungen im Entwurf des Wahlprogramms 2027 für Bremen, Forderung für Forderung
Im Politikfeld Landwirtschaft, Ernährung und ländlicher Raum 20 neu, 4 geändert, 5 unverändert, 23 entfallen. Die Forderungen 2027 im Vergleich mit 2023.
Der Entwurf rückt den Tierschutz in den Vordergrund: Er will das Tierschutzrecht verschärfen, Versuche an Makaken verhindern, den Internethandel mit Tieren und den Import lebender Wildtiere verbieten und Nutzviehtransporte ab 25 Grad untersagen. Neu sind zudem die Abschaffung der Massentierhaltung und das Ziel von 100 Prozent Bioprodukten, auch in öffentlichen Einrichtungen. Die Agrarwende wird zur Agrar- und Ernährungswende erweitert, beim Umstieg auf Ökolandbau kommen verlässliche regionale Absatzmärkte hinzu. Nicht mehr einzeln genannt sind der Stopp aller Pestizide, die Kopplung von Subventionen an Umwelt- und Tierschutzkriterien sowie Pflichten für Supermärkte, Lebensmittel abzugeben. Das Gewicht verschiebt sich weg von Agrarförderung und regionaler Vermarktung, hin zu Tierschutz und Ökolandbau. KI-Zusammenfassung
NeuNeu im Programm (20)
Forderungen, die im Programm 2023 nicht standen.
- Eine Umstellung auf 100 Prozent Bioprodukte wird angestrebt.
- Die Landwirtschaft wird auf Biolandwirtschaft umgestellt.
- Die Massentierhaltung wird abgeschafft, um Tierwohl und Biodiversität zu stärken und den Nitrateintrag zu minimieren.
- Bundesweit wird das Ziel von 100 Prozent Bioprodukten in öffentlichen Einrichtungen verfolgt.
- Das Tierschutzrecht wird deutlich verschärft.
- Mit Tierversuchen wird restriktiver umgegangen.
- Auf Landesebene werden alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um weitere Versuche an Makaken zu verhindern.
- Der Sachkundenachweis für Hundehaltung wird stärker auf Tierwohl und artgerechtes Leben ausgerichtet.
- Die Finanzierung des Tierheims wird verbessert.
- Nötige Erweiterungen des Tierheims werden ermöglicht.
- Eine Wildtierauffangstation wird aufgebaut.
- Zusätzliche Hundeauslaufflächen ohne Leinenzwang werden geschaffen.
- Taubenschläge werden nach Augsburger Vorbild ausgebaut, um das Leiden der Tauben durch Überpopulation zu beenden.
- Das Freilassen von Hochzeitstauben bei standesamtlichen und kirchlichen Trauungen wird verboten.
- Der Internethandel mit Tieren wird verboten.
- Der Import lebender Wildtiere wird verboten.
- Die Haltungs- und Transportbedingungen für Tiere werden verschärft.
- Für Heimtiere wird eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht eingeführt.
- Nutzviehtransporte werden ab einer erwarteten Tagestemperatur von 25 Grad verboten.
- Hofschlachtungen werden erleichtert.
GeändertFortgeführt, aber geändert (4)
Forderungen aus 2023, die 2027 mit anderen Einzelheiten wiederkommen: andere Zahl, Frist, Reichweite oder Bedingung.
- Eine konsequente Agrar- und Ernährungswende hin zu ökologischer Landwirtschaft und flächenbasierter Tierhaltung wird angestrebt.
- Ökologisches und gesundes Essen wird in Kitas, Schulen und Krankenhäusern zur Selbstverständlichkeit.
- Konventionelle Betriebe werden durch finanzielle Förderung und verlässliche regionale Absatzmärkte beim Umstieg auf Ökolandbau unterstützt.
- Stadtgärten und Urban Farming werden wo möglich unterstützt und gefördert.
GleichUnverändert fortgeführt (5)
Dieselbe Forderung wie 2023, der Wortlaut darf abweichen.
- Kitas, Schulen, Kantinen und Krankenhäuser stellen auf die Planetary-Health-Diet mit möglichst regionalen und wenig tierischen Produkten um.
- Das Containern wird entkriminalisiert, um Lebensmittelverschwendung einzudämmen.
- Die Primatenversuche an der Universität Bremen werden beendet.
- Die Rasseliste für verbotene Hunderassen wird nach dem Vorbild Niedersachsens abgeschafft.
- Die Marktmacht großer Schlachthof-, Molkerei- und Handelskonzerne wird begrenzt.
EntfallenNicht mehr im Programm (23)
Forderungen aus 2023, die 2027 nicht mehr vorkommen.
- Supermärkte und Discounter werden verpflichtet, genießbare Lebensmittel kurz vor dem Ablaufdatum kostenlos an Bedürftige abzugeben.
- Regionale und städtische Anbaumethoden zur Lebensmittelversorgung werden gefördert.
- Die Landwirtschaft wechselt von intensiver zu extensiver Bewirtschaftung.
- Die Vermarktung regionaler Produkte und damit die Einnahmen der Landwirtinnen und Landwirte werden gefördert.
- Der Einsatz jeglicher Pestizide in der Landwirtschaft wird gestoppt.
- Das Ausbringen von Dünger wird stärker eingeschränkt.
- Die Lebensmittelverschwendung wird beendet.
- Nicht nachhaltige Subventionen werden beendet.
- Die Vergabe von Fördergeldern wird stärker an Umwelt-, Sozial- und Tierschutzkriterien gekoppelt.
- Subventionen, die Umwelt-, Sozial- und Tierschutzkriterien entgegenstehen, werden sofort abgeschafft.
- Regionale Schlachtung, Verarbeitung und Vermarktung werden auf Landes- und Bundesebene gestärkt.
- Gesunde Ernährung ist für alle bezahlbar.
- Regionale, saisonale und ökologisch produzierte Lebensmittel werden bevorzugt.
- Das Bewusstsein für gesunde und nachhaltige Ernährung wird früh geschärft.
- Eine flächendeckende Versorgung mit Trinkwasserbrunnen wird sichergestellt.
- Gastronomie und Einzelhandel werden beim Aufstellen von Leitungswasserspendern gefördert.
- Regionale Kreisläufe in der Lebensmittelproduktion werden gestärkt.
- Regionale Schlachtung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln werden gestärkt.
- Die exportorientierte Agrarpolitik wird beendet.
- Der Import von Agrarprodukten für die Tiernahrungsindustrie wird schärfer reguliert.
- Lebensmittelhändler werden verpflichtet, alle sonst zu entsorgenden Lebensmittel an Tafeln und ähnliche Organisationen abzugeben.
- Die Lebensmittelüberwachung wird intensiviert.
- Die Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen werden transparent veröffentlicht.
Ob eine Forderung entfallen ist, heißt nur: Sie steht nicht mehr im Wahlprogramm. Wie das entsteht