Pressemitteilung · Kiel

wasstehtdrin.de: 727 Wahlprogramme aus Bund und Ländern, Forderung für Forderung mit Fundstelle

Die neue Seite zerlegt Programme seit 1990 in 641.406 einzelne Forderungen. Für Bundestag und alle
16 Landtage zeigt sie, wo Parteien dasselbe fordern und welchem Ministerium eine Forderung
zugeordnet ist.

Kiel. Seit heute ist www.wasstehtdrin.de frei zugänglich. Die Seite zerlegt Wahlprogramme in
einzelne Forderungen, jede mit wörtlichem Zitat, Seitenzahl und Link auf das Originaldokument.
Ausgewertet sind 727 Programme von elf Parteien zu Wahlen seit 1990; wie viele es je Partei sind,
ist unterschiedlich und auf der Seite angegeben.

Für die Programme, mit denen die Parteien bei der jeweils letzten Wahl in den Bundestag und die 16
Landtage eingezogen sind, geht die Seite weiter:

- Politikfelder: Je Parlament stehen die Forderungen der eingezogenen Parteien in 20 Politikfeldern
  nebeneinander. Forderungen, die mehrere Parteien gleich oder ähnlich stellen, stehen als Gruppe
  zusammen.
- Ministerien: Jedes Thema dieser Programme, etwa „Polizei“ oder „Kita-Gebühren“, ist dem Ressort
  der amtierenden Regierung zugeordnet, das nach den Geschäftsverteilungsplänen federführend wäre.
  Die Seite eines Ministeriums zeigt die Forderungen aus seinen Themen.
- Koalitionsverträge: Die 16 Verträge (Bund und 15 Länder; im Saarland regiert die SPD allein) sind
  ebenso zerlegt. Für den Bund und 12 Länder ist jeder Vertragspunkt mit den Programmen der
  Koalitionsparteien abgeglichen; in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt ruht der
  Abgleich, bis der neue Koalitionsvertrag vorliegt.

Die Auswertung haben Sprachmodelle nach einer veröffentlichten Methode (Version 0.1) vorgenommen.
Jedes Zitat wird Zeichen für Zeichen gegen das Original geprüft; ein Programm wird nur übernommen,
wenn mindestens 99 Prozent der Zitate genau stimmen. Ist ein Modell unsicher, urteilt ein zweites
nach; bleibt das Urteil offen, steht es als „unsicher“ auf der Seite. Das betrifft derzeit 16
Prozent der Vergleichspaare und 24 Prozent der Themen bei der Ressortzuordnung. Einzelne Befunde
ändert niemand von Hand; bestätigte Fehler fließen in die nächste Neuberechnung ein.

„Auf der Seite steht jede Forderung mit dem Zitat und der Seitenzahl“, sagt Jascha Lemburg,
Geschäftsführer der Multifenster GmbH. „Die Einordnung machen Sprachmodelle, und die machen Fehler.
Deshalb lässt sich jeder Befund an der Fundstelle nachprüfen. Eine Wahlempfehlung geben wir nicht.“

Offenlegung: Jascha Lemburg ist Mitglied der CDU und Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Westensee.
Das steht auch unter www.wasstehtdrin.de/ueber-uns.

Der Abruf ist kostenlos und ohne Anmeldung.

Über wasstehtdrin.de
wasstehtdrin.de ist ein Projekt des Instituts für ergebnisorientierte Demokratie, einer
Forschungsabteilung der Multifenster GmbH in Kiel. Das Institut untersucht, wo politische Ergebnisse
auf Grundlage der Parteiprogramme möglich wären. Finanziert wird es aus Eigenmitteln der
Multifenster GmbH und aus Förderbeiträgen von Unternehmen; wer fördert, steht mit dem Gesamtbetrag
unter www.wasstehtdrin.de/foerderer (derzeit keine).
Methode: www.wasstehtdrin.de/methode

Pressekontakt
Jascha Lemburg · Multifenster GmbH · Knooper Weg 30 · 24103 Kiel
Telefon 0431 2213010 · presse@wasstehtdrin.de · www.wasstehtdrin.de
